Hans Fleischhacker kam am 6. Juni 1920 in Berlin als Sohn von Klara Fleischhacker zur Welt.
Die Mutter Klara Fleischhacker heiratete im August 1920 den Kaufmann Otto Hermerschmidt. Ob es sich bei Hermerschmidt um Hans' leiblichen Vater handelte, ist nicht geklärt.
Am 7. September 1932 kam Hans' Schwester Helga zur Welt.
Die Ehe von Klara und Otto Hermerschmidt wurde im Februar 1934 geschieden.
Im selben Jahr beendete Hans vermutlich seine Schulausbildung und begann eine Lehre als Ofensetzer, die er etwa 1937 abschloss.
Klara zog nach der Scheidung mit den beiden Kindern zu ihren Eltern in die Zehdenicker Straße 5.
Diese Anschrift ist als Wohnort der Familie zur Einschulung Helgas zu Ostern 1939 in der Schulkartei vermerkt. Bei der Volkszählung im Mai 1939 werden Hans, Helga und Klara ebenso wie die Großeltern Isidor und Henriette Fleischhacker unter dieser Anschrift und als jüdische Bürgerinnen und Bürger erfasst. Damit unterlagen sie den bereits seit Machtantritt der Nazis 1933 kontinuierlich verschärften staatlich verordneten Ausgrenzungen, Anfeindungen, Entrechtungen und Verfolgungen von Jüdinnen und Juden.
Mutter Klara und Sohn Hans wurden sehr wahrscheinlich zur Zwangsarbeit verpflichtet.
Am 12. März 1943 wurden Klara Hermerschmidt und ihre Tochter Helga mit dem „36. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Hans Fleischhacker wurde am 11. Juli 1943 in Rüdersdorf bei Berlin vermutlich an seinem Zwangsarbeitsplatz im Kalkwerk Rüdersdorf verhaftet.
Von September 1943 bis April 1945 war er im KZ Buchenwald inhaftiert und wurde dort als Ofensetzer und Betonarbeiter ausgebeutet.
Am 11. April 1945 konnten die Häftlinge des KZ die Kontrolle des Lagers übernehmen und dieses in den Folgetagen an die US-Army übergeben.
Hans Fleischhacker überlebte die Shoah, denn am 6. Mai 1945 verfügte die US-Army seine Entlassung aus der KZ-Haft. Nach eigenen Wünschen wollte Hans zur Familie Ley nach Weimar entlassen werden.
Laut Auskunft des Archivs Weimar lebte Hans Fleischhacker nach der Befreiung unter dem Familiennamen Hermerschmidt bis 1956 in Weimar. Danach verzog er vermutlich in die Bundesrepublik, wo sich seine Spur verliert.
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