Cäcilia Smedresman wurde 1903 in Heidelberg geboren und katholisch getauft. Ihre Eltern, Hans und Katharina Martin führten ein Tünchnergeschäft.
In den 1920er-Jahren kam Cäcilia nach Berlin, um hier ihren Lebensunterhalt als Kindergärtnerin zu verdienen. Wie und wann sie ihren späteren Ehemann, Bernhard Smedresman kennenlernte ist nicht bekannt. Im Dezember des Jahres 1925 bekam sie mit ihm ihren ersten Sohn, Hans. Das Paar heiratete jedoch erst im November 1926. Cäcilia konvertierte während dieser Zeit zum Judentum, der Religion, der auch ihr Mann angehörte.
Mehrmals zog die Familie innerhalb des Bezirks Neukölln um, bis sie schließlich in der Schillerpromenade 23 ein geräumiges Zuhause fand. Hier wurde ihnen vom Berliner Magistrat eine Vierzimmerwohnung zugeteilt. Die Familie wuchs um drei weitere Kinder an – Bernhard, Alfred und Ruth – und vermietete zwei Zimmer der Wohnung an Untermieter.
1935 überschlugen sich die Ereignisse: Erst wurden die drei bereits eingeschulten Kinder dazu gezwungen, ihre Schule zu verlassen. Sie wechselten auf eine jüdische Schule, höchstwahrscheinlich in der Pestalozzistraße, die viel weiter entfernt war. Dann verwies der neu ernannte Blockwart die Familie der Wohnung. Sie bekamen zwei Tage Zeit, sich eine neue Bleibe zu suchen. In einer so kurzen Frist war es kaum möglich, einen angemessenen Ersatz zu finden. Die Smedresmans kamen so in einer 2,5-Zimmerwohnung in der Uhlandstraße unter. Sie konnten nur einen geringen Teil ihres Mobiliars mitnehmen, den Rest sicherte sich ein Händler aus der Bergstraße (heute Karl-Marx-Straße) zu einem Spottpreis. Im weiteren Verlauf des Jahres wurde Cäcilias Ehemann "wegen seiner politischen Gesinnung" inhaftiert Während seiner Haft mussten sie und die Kinder sich erneut eine andere Bleibe suchen. Sie zogen in die Kantstraße 144.
Im Oktober 1935 wurde Bernhard aus der Haft entlassen, unter der Bedingung, dass er innerhalb von zwölf Stunden das Land zu verlassen habe. Cäcilia, Bernhard und die vier kleinen Kinder packten ein paar kleine Handkoffer und machten sich mit dem Zug auf den Weg in die italienische Hafenstadt Triest. Hier mussten sie drei Wochen auf eine Schiffspassage nach Palästina/Israel warten.
Doch es fiel ihnen schwer, in der neuen Heimat Fuß zu fassen. Die sprachliche Barriere machte nicht nur Cäcilia zu schaffen. Die Familie lebte in schwierigen finanziellen Verhältnissen. Ende 1947 und Anfang 1948 starben die Söhne Hans und Alfred. 1953 wurde Cäcilia Witwe, als Bernhard an den Folgen seiner Diabeteserkrankung ebenfalls verstarb.
In den 1960er Jahren kehrte Cäcilia nach Berlin zurück. Kurze Zeit später folgte ihr Sohn Bernhard (jetzt Benjamin). 1990 starb Cäcilia in Berlin-Kreuzberg in einem Altersheim.
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