Betti Bober wurde am Schalttag, dem 29. Februar 1920, als Tochter des Elektrotechnikers Alfred Bober und dessen Ehefrau Klara Bober, geb. Bober, in Berlin geboren. Sie hatte einen zwei Jahre jüngeren Bruder, Harri Samuel.
Der Vater, Alfred Bober, wird seit 1922 in den Berliner Adressbüchern mit der Anschrift Treskowstr. 55 (heute Knaackstr. 86) genannt. Unter dieser Anschrift ist er bis 1938 als Monteur verzeichnet.
Ab der Ausgabe 1939 ist die Familie Bober in Prenzlauer Berg, Choriner Straße 26, Aufgang II, in der vierten Etage verzeichnet.
Über Bettis Schulzeit wissen wir nichts. Sie muss Ostern 1926 eingeschult worden sein und hat vermutlich Ostern 1934 die Volksschule nach der 8. Klasse abgeschlossen. Ob und falls ja, welche Ausbildung sie aufnahm, ist ebenfalls nicht mehr nachvollziehbar. In den Dokumenten der Volkszählung vom Mai 1939 wird Betti nicht wie ihre Familie in der Choriner Straße 26 erfasst, sondern im Jüdischen Altersheim in der Großen Hamburger Straße 26. Vermutlich hat sie dort gewohnt, weil sie ebendort wahrscheinlich im Schichtdienst als Pflegerin arbeitete.
Am 2. November 1940 heiratete sie im Standesamt Berlin-Tiergarten den vier Jahre älteren Heinz Hirsch. Am 21. September 1942 wurde ihre Tochter Jona geboren. Die Familie wohnte in Berlin-Tiergarten, Essener Str. 7, bei den Eltern von Heinz.
Am 29. November 1942 wurden die Eltern von Heinz mit dem „23. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert. Spätestens zu diesem Zeitpunkt zogen Betti, Heinz und das Baby Jona zu Bettis Familie in die Choriner Straße 26.
Am 12. März 1943 wurde der gesamte Bober’sche Haushalt mit dem 36. Transportzug von Berlin nach Auschwitz deportiert.
Es waren die Eltern Alfred und Klara Bober, der Sohn Harri, die Tochter Betti mit Ehemann Heinz Hirsch sowie deren 6 Monate alte Tochter Jona.
Am 13. März 1943 kamen mit diesem Transport 964 jüdische Männer, Frauen und Kinder an der Rampe von Auschwitz-Birkenau an. Dort wurden 218 Männer und 147 Frauen als Arbeitssklaven ins Lager geschickt. Unter ihnen war Heinz Hirsch. Unter den übrigen 599 Personen, die sofort in den Gaskammern ermordet wurden, waren auch Betti und Jona Hirsch. Ihre Todesdaten sind nicht dokumentiert. Der Ehemann und Vater Heinz Hirsch überlebte die Lagerbedingungen nur wenige Wochen. Der 6. Juni 1943 ist als sein Todestag dokumentiert.
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