Hermann Knopp wurde am 14. August 1902 in Berlin-Mitte geboren. Er war das jüngste von vier Kindern des Lederarbeiters Jakob Knopp und dessen Ehefrau Amalie, geb. Salomon-Aron. Die Eltern hatten 1896 in Berlin-Mitte geheiratet. Im Oktober 1929 verstarb der Vater Jakob im Virchow-Krankenhaus. Die Familie wohnte zu diesem Zeitpunkt bereits in der Marienburger Straße 9.
Im September 1931 heiratete Hermann, der als Tischler arbeitete, die ebenfalls in Berlin geborene Kontoristin Jenny Fleischhacker. Das Ehepaar blieb in der Marienburger Straße 9 bei Hermanns Mutter Amalie wohnen. Wahrscheinlich hatten sie keine Kinder, denn in den Unterlagen der Volkszählung vom Mai 1939 wurden nur drei Personen unter dieser Anschrift erfasst. Entsprechend der NS-Ideologie wurden alle drei Knopps als „jüdischstämmig“ klassifiziert und unterlagen damit allen staatlichen und gesellschaftlichen Repressionen – von der Ausgrenzung und Entrechtung über die Enteignung bis hin zur Deportation und schließlich Ermordung. Hermann und Jenny mussten wahrscheinlich, wie nahezu alle „arbeitsfähigen“ Jüdinnen und Juden ab 1939, Zwangsarbeit leisten. Wo, konnte allerdings nicht ermittelt werden.
Mutter Amalie Knopp wurde am 3. September 1942 mit dem „56. Alterstransport“ ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Von dort wurde sie mit weiteren Ghetto -Bewohner*innen am 16. Mai 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz verschleppt und dort ermordet.
Hermann Knopp wurde am 3. März 1943 im Zuge der sogenannten „Fabrikaktion“ mit dem „33. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert. Seine Frau Jenny war bereits zwei Tage zuvor mit dem „31. Osttransport“ in das Vernichtungslager deportiert worden. Ihre genauen Todesdaten sind nicht dokumentiert.
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