Amalie Knopp geb. Salomon-Aron

Verlegeort
Marienburger Str. 9
Bezirk/Ortsteil
Prenzlauer Berg
Verlegedatum
16. Februar 2023
Geboren
24. Oktober 1871 in Kolmar (Posen) / Chodzież
Deportation
am 03. September 1942 von Berlin nach Theresienstadt
Später deportiert
am 16. Mai 1944 von Theresienstadt nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz
Biografie

Amalie Salomon-Aron wurde am 24. Oktober 1871 in Kodschesen (heute Chodzież) geboren. Sie heiratete im März 1896 in Berlin den fünf Jahre älteren Lederarbeiter Jakob Knopp. Zwischen 1898 und 1902 kamen ihre vier Kinder in Berlin-Mitte zur Welt.

Wann die Familie in den Prenzlauer Berg zog, konnte nicht ermittelt werden. Als im Oktober 1929 der Ehemann Jakob im Virchow-Krankenhaus verstarb, wohnte die Familie in der Marienburger Straße 9 in Prenzlauer Berg. Drei der vier Kinder zogen im Erwachsenenalter aus der elterlichen Wohnung. Nur der Jüngste – der 1902 geborene Hermann – blieb dort mit Amalie wohnen. Nach dessen Heirat im September 1931 zog seine Frau Jenny, geb. Fleischhacker, zu ihnen.

Unter dieser Anschrift wurden Amalie, Hermann und Jenny in der Volkszählung vom Mai 1939 erfasst. Entsprechend der NS-Ideologie wurden alle drei Knopps als „jüdischstämmig“ klassifiziert. Sie unterlagen damit allen staatlichen und gesellschaftlichen Repressionen gegen deutsche Jüdinnen und Juden – von der Ausgrenzung und Entrechtung über die Enteignung bis zur Deportation und Ermordung. Hermann und Jenny mussten sicher Zwangsarbeit leisten. Die 1871 geborene Amalie war dafür vermutlich zu alt. 

Amalie wurde am 3. September 1942 mit dem „56. Alterstransport“ ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Von dort wurde sie mit weiteren Bewohnerinnen und Bewohnern am 16. Mai 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz gebracht und ermordet.

Ihr jüngster Sohn Hermann wurde am 3. März 1943 im Zuge der sogenannten „Fabrikaktion“ mit dem „33. Osttransport“ ebenfalls nach Auschwitz deportiert. Seine Frau Jenny Knopp, geb. Fleischhacker, war bereits zwei Tage zuvor mit „31. Osttransport“ in dieses Vernichtungslager verschleppt worden. Die genauen Todesdaten der drei Familienmitglieder sind nicht dokumentiert.

Amalies Sohn Bernhard wurde im September 1942 im KZ Sachsenhausen ermordet. Das Schicksal der Tochter Rosalie Bertha ist ungeklärt.

Von Amalies vier Kindern konnte sich nur der älteste Sohn Robert durch Emigration nach Großbritannien retten. Er stellte 1957 einen Wiedergutmachungsantrag für den Verlust des Hausrats seiner Mutter.