Friedrich Simon Archenhold

Verlegeort
Alt-Treptow 1
Bezirk/Ortsteil
Plänterwald
Verlegedatum
13. Oktober 2024
Geboren
02. Oktober 1862 in Lichtenau
Beruf
Astronom
Tot
14. Oktober 1939 in Berlin
Biografie

Friedrich Simon Archenhold wurde am 2. Oktober 1862 in Lichtenau in Ostwestfalen geboren.

Friedrich absolvierte 1882 die Realschule 1. Ordnung in Lippstadt und ging anschließend zum Studium nach Berlin, später nach Strassburg. Zwei Jahre nach Abschluss seines Studiums wurde Archenhold im Jahr 1889 erster Astronom der von seinem Professor Wilhelm Foerster mitbegründeten Berliner Volksbildungsanstalt Urania, ein Jahr später Mitarbeiter der Berliner Sternwarte. Nur ein Jahr später entdeckte er dort im Sternbild Perseus einen ausgedehnten Nebel.

In Folge dieser Entdeckung konstruierte Archenhold ein Fernrohr mit einer Brennweite von 21 Metern – eine Leistung, die bis heute unerreicht ist und das Fernrohr nach wie vor als das längste Linsenfernrohr der Welt gilt.1907 erhielt er von der Western University of Pennsylvania die Ehrendoktorwürde. Am 6. Oktober 1931 verlieh ihm seine Geburtsstadt Lichtenau die Ehrenbürgerschaft. Am 14. Oktober 1931, seinem 70. Geburtstag, übertrug er seinem Sohn Günter die Leitung der Sternwarte. 

Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde Friedrich Archenhold ab 1933 durch die Nationalsozialisten verfolgt. Seine Zeitschrift „Weltall“ durfte nicht mehr erscheinen.  Bis 1936 ließ man ihn mit seiner Frau Alice und seinen fünf Kindern die Sternwarte bewohnen, in der er seine wissenschaftlichen Forschungen betrieb, bevor man die Familie von dort vertrieb.

Am 14. Oktober 1939 verstarb Friedrich Simon Archenhold in Berlin-Charlottenburg. Seine Frau und Tochter Hilde wurden von den Nationalsozialisten verschleppt und in Theresienstadt ermordet. Die anderen Familienmitglieder konnten noch rechtzeitig fliehen.

1946 wurde ihm zu Ehren die von ihm mitbegründete Sternwarte in Berlin-Treptow in die Archenhold-Sternwarte umbenannt.