Thekla Abraham geb. Stargardt

Verlegeort
Pieskower Weg 11
Bezirk/Ortsteil
Pankow
Verlegedatum
18. Oktober 2024
Geboren
13. Juni 1880 in Landsberg an der Warthe (Brandenburg) / Gorzów Wielkopolski
Deportation
am 14. November 1941 von Berlin in das Ghetto Minsk
Ermordet
im Ghetto Minsk
Biografie

Thekla Stargardt kam am 13. Juni 1880 in Landsberg/Warthe (heute Gorzów Wielkopolski in Polen) als Tochter des Kaufmanns Julius Stargardt und dessen Ehefrau Laura, geborene Reichmann, auf die Welt. Thekla heiratete am 11. Dezember 1902 Sally Abraham auf dem Standesamt in Landsberg/Warthe.

Sally wurde am 16. November 1871 in Pinne (heute Pniewy in Polen) geboren. In der Heiratsurkunde wird sein Beruf mit „Kaufmann“ angegeben.

Vor der Vermählung wohnte Sally Abraham mit seinen Eltern in Berlin in der Neuen Königsstraße 74. Sein Vater Samuel war ebenfalls Kaufmann. Seine Mutter Auguste, geborene Matthias, war Hausfrau. Thekla Stargardt wohnte zu dieser Zeit noch in Landsberg, Kirchstraße 45/46, bei ihren Eltern. Nach der Hochzeit zog Thekla Abraham zu ihrem Ehemann nach Berlin. Zunächst wohnten sie gemeinsam in der Krausnickstraße 14

Das Ehepaar hatte zwei Kinder: den am 27. Dezember 1903 geborenen Heinz Hermann und später den am 13. April 1907 auf die Welt gekommenen Kurt Abraham.

Sally wurde zum Wehrdienst im Ersten Weltkrieg eingezogen. Er fiel am 16. Juli 1916.

Thekla bezog fortan eine Kriegshinterbliebenen-Rente von monatlich RM 88,95 durch das Versorgungsamt.

Seit 1931 wohnte Thekla Abraham mit ihrem Sohn Kurt im Pieskower Weg 11, vorn, II. Etage in einer Dreizimmerwohnung.

Vor der Deportation mussten Jüdinnen und Juden eine so genannte „Vermögenserklärung“ ausfüllen. In dieser Vermögenserklärung wurde das gesamte Vermögen der Personen an Inventar sowie Bargeld bzw. Bankkonten und andere Wertsachen aufgelistet. Das Vermögen wurde durch einen Treuhänder versteigert oder verkauft. Die Erträge fielen dem Deutschen Reich zu, ebenso wie das Vermögen auf eingezogenen Bankkonten.

Thekla und Kurt Abraham wurden von der Gestapo in die Sammelstelle in der Synagoge in der Levetzowstraße 7/8 gezwungen und am 14. November 1941 in das Ghetto Minsk deportiert. Beide wurden dort ermordet.

Theklas ältester Sohn, Heinz Hermann, hatte am 27. März 1929 die am 12. Dezember 1897 in Hamburg geborene Esther Erika Wolfsberg auf dem Standesamt Charlottenburg geheiratet. Damals wohnten sie in der Leibnitzstraße 81 in Charlottenburg und später in der Kommandantenstraße 56 in Kreuzberg.

Das Ehepaar Abraham wurde im Rahmen der so genannten „Fabrikaktion“ am 3. März 1943 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.