Henriette Goldfeld geb. Russ

Verlegeort
Münchener Straße 42
Bezirk/Ortsteil
Schöneberg
Verlegedatum
21. Oktober 2022
Geboren
09. April 1870 in Berlin
Deportation
am 14. September 1942 nach Theresienstadt
Ermordet
23. September 1942
Biografie

Henriette Goldfeld wurde am 9. April 1870 in Berlin geboren. Ihre Mutter war Ernestine Russ, ihr Vater der Fabrikbesitzer Heinrich Russ. Henriette und Viktor heirateten am 12. Februar in Berlin. Sie bekamen 4 Söhne. Die beiden Söhne Leopold Friedrich und Walter Michael wurden 1892 und 1893 noch in Breslau geboren. Erich Siegfried und Herbert wurden im Mai 1894 und September 1896 in der Berliner Wohnung in der Grunewaldstraße 106 geboren.
Leopold Friedrich, genannt Leo, verstarb im Januar 1915 im 1. Weltkrieg auf Grund einer schweren Kriegsverletzung in einem Lazarett in Lübeck.
Die angesehene Arztfamilie führte ein gutbürgerliches Leben, sorgte für eine gute Erziehung und Ausbildung der Söhne. Alle 4 Söhne besuchten die höhere Schule und waren als Kaufleute, Ingenieure und Prokurist berufstätig.
Nach der Machtübernahme der Nazis wurde das Leben der jüdischen Bevölkerung zunehmend bedroht. Ausgrenzung, Entrechtung, Verlust der Arbeitsmöglichkeiten führten dazu, dass die Söhne mit ihren 
Familien 1938/39 aus Deutschland nach Australien flohen.
Wa|ter Michael emigrierte mit seiner Frau Sophie und den Söhnen Gerhard und Heinz. Erich Siegfried emigirierte mit seiner Frau Susanne und Tochter Ursula. Herbert emigrierte mit seiner Frau Claire und Sohn Werner. 
Das Ehepaar Viktor und Henriette Goldfeld waren nun allein, ohne ihre Söhne, Schwiegertöchte rund Enkel/innen. 
Am 14. September 1942 wurden Henriette, ihr Mann und 998 weitere jüdische Menschen mit dem sogenannten 2. großen Alterstransport' nach Theresienstadt deportiert. Henriette Goldfeld starb bereits nach 8 Tagen, am 23. September 1942 an Enteritis, genau wie ihr Mann. Sie starb drei Stunden nach 
Viktor. Auf der Sterbefallanzeige wurde sie bereits als verwitwet bezeichnet.
Sie wurde 72 Jahre alt.