- Verlegeort
- Holsteinische Straße 34
- Bezirk/Ortsteil
- Friedenau
- Verlegedatum
-
16. September 2025
- Geboren
- 14. April 1870 in Berlin
- Beruf
- Buchhalterin
- Flucht
- 1939 Chile
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Überlebt
Ella Emma wurde am 14. April 1870 in Berlin als zweite Tochter in die Familie Friedländer geboren. Ihr Vater war Itzig Isidor Friedländer (1831 bis 1921), ihre Mutter war Clementine, geborene Arnheim (1835 bis 1910)
Ella Emma hatte noch die drei Schwestern Lisbeth Friedländer, später verheiratete Pfingst (1868-1943), Rosalie Friedländer (1867- 1942) und Regina Friedländer, später verheiratete Lewitt (1872-1942). Alle ihre Schwestern wurden von den Nazis ermordet.
Am 6. März 1897 heiratete Emma Friedländer mit 26 Jahren den Kaufmann Paul Spandau. Beide Väter des jungen Paares waren die Trauzeugen. Auf der Heiratsurkunde wird Emmas Beruf als Buchhalterin angegeben.
Das Paar bekam drei Kinder: Ludwig Rudolf Spandau (1901), Günther Leo Spandau (1904) und Amalie Anni Spandau, später verheiratete Jastrow (1898). Alle Kinder konnten rechtzeitig mit ihren Ehepartnern aus Nazideutschland flüchten.
Der Ehemann Paul Spandau verstarb am 9. Februar 1933 in der Charite.im Alter von 63 Jahren. Damals lebte die Familie noch am Luisenufer 32. Emma blieb bis 1937 dort wohnen. Im Berliner Adressbuch ist sie als Haushaltsvorstand, als Witwe eingetragen.
Emmas Sohn Günther Leo Spandau hat 1937 Hildegard Gundi Schayer geheiratet und mit ihr die Tochter Monika bekommen.
Emma zog 1937 zur Familie ihrer verwitweten Schwester Regina Lewitt, geborene Friedländer, in die Holsteinische Straße 34 in Friedenau.
Dort liegen bereits Stolpersteine für ihre Schwester Regina Lewitt, deren Tochter Johanna Holz, geborene Lewitt (1904), deren Ehemann Werner (1898) und deren Sohn Jürgen Rudolf Holz (1929). Diese vier Menschen wurden Ende 1941 und Anfang 1942 nach Riga deportiert und ermordet.
Emma Spandau ist am 30. August 1939 im Alter von 69 Jahren gemeinsam mit Selma Schayer, geborene Dann, der Mutter ihrer Schwiegertochter Hildegard Gundi Spandau, über Hamburg mit einem Dampfer aus Deutschland geflohen. Hildegard Gundi hatte nämlich durch beruflichen Kontakt zur chilenischen Botschaft Visa nach Chile ergattert und sie planten, alle gemeinsam über Hamburg nach Chile zu flüchten. Aber am Tag der geplanten Abreise wurden ihr Sohn Günther Leo und seine Frau Hildegard Gundi im Hamburger Hotel Vier Jahreszeiten von der
Gestapo
verhaftet und nach Berlin zurückgeschickt.
So ist sie nur zusammen mit Selma Schayer, der Mutter ihrer Schwiegertochter Hildegard Gundi auf dem Dampfer Copiapo gerade noch einen Tag vor Kriegsausbruch aus Deutschland geflüchtet. Auf diesem Dampfer waren 90 jüdische Flüchtlinge, die so dem
Holocaust
entkommen konnten, dank des Kapitäns, der sich weigerte, die jüdischen Passagiere wieder von Bord zu schicken.
Ihr Sohn Günther Leo konnte gemeinsam mit seiner Frau Gundi und der Tochter Monika einen Monat später über die Schweiz und Genua in Italien nach Chile flüchten, wo sie sich dann alle wieder trafen.
Emma Spandau starb am 4. Oktober 1959 im Alter von 89 Jahren ihrer neuen Heimat Chile.
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