- Verlegeort
- Reichenberger Straße 71
- Bezirk/Ortsteil
- Kreuzberg
- Verlegedatum
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29. Oktober 2025
- Geboren
- 11. Dezember 1898 in Mohrungen (Ostpreußen) / Morąg
- Deportation
- am 26. Oktober 1942 nach Riga
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Ermordet
- 29. Oktober 1942 in Riga
Julie, genannt Lula, Huffmann kam am 11. Dezember 1898 in Mohrungen (Ostpreußen) als Tochter des jüdischen Kaufmanns Julius Huffmann und dessen Ehefrau Martha, geb. Fränkel, zur Welt. Sie hatte noch vier ältere Geschwister, die ebenfalls in der kleinen, etwa 44 km südöstlich von Elbing gelegenen Stadt Mohrungen (polnisch Morąg) geboren wurden: Wilhelm (*1888), Elisabeth (*1889), Ernst (*1891) und Fritz (*1895). Julies Vater verstarb 1898, im Jahr ihrer Geburt. Ihre Mutter übersiedelte daraufhin mit den Kindern nach Berlin. Seit etwa 1902 lebte die Familie in der Camphausenstraße (heute Körtestraße), wo Julies ältester Bruder Wilhelm Huffmann 1913 im Alter von nur 25 Jahren verstarb. Um 1915 zogen sie in die Reichenberger Straße 79-80.
Leider haben sich keine Zeugnisse erhalten, die Einblick in das Leben von Julie Huffmann in den letzten Jahren des Kaiserreichs und im Berlin der Weimarer Republik geben könnten. Sie erlernte den Beruf der Stenotypistin.
Mit der schrittweisen Entrechtung und Verfolgung von Juden seit 1933 begannen auch Zwangsmaßnahmen gegen die Familie Huffmann. Darunter fielen zahlreiche Maßnahmen der Diskriminierung und sozialen Ausgrenzung, des Entzugs staatsbürgerlicher Rechte sowie der Verdrängung aus dem Berufs- und Wirtschaftsleben.
1937 musste die Familie ihre Wohnung in der Reichenberger Straße 79-80 aufgeben. Julie und ihre Mutter Martha Huffmann bezogen ein Zimmer in der Wohnung von Marthas Schwester Elisabeth Fränkel im ersten Stock der Reichenberger Straße 71.
Julies Brüder wanderten 1938 aus: Ernst Huffmann emigrierte mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern in die USA, Fritz Huffmann nach Kolumbien.
Julie war in der Gesundheitsverwaltung der Jüdischen Kultusvereinigung zu Berlin in der Iranischen Straße 4 beschäftigt. Aufgrund der „Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden“ konnte sie sich ab dem 19. September 1941 nur noch mit stigmatisierendem „Judenstern“ in der Öffentlichkeit bewegen.
Ihre Tante Elisabeth Fränkel verstarb am 1. Oktober 1942 im Jüdischen Krankenhaus Berlin: Sie hatte, vermutlich um sich der drohenden Deportation zu entziehen, mit einer Überdosis Schlafmittel Selbstmord begangen.
Julie Huffmann wurde am 26. Oktober 1942 mit dem 22. Osttransport nach Riga deportiert, wo sie gleich nach der Ankunft am 29. Oktober 1942 ermordet wurde.
Ihre Mutter Martha Huffmann lebte zuletzt im Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde in der Iranischen Straße 2, wo sie am 4. November 1942 an Altersschwäche verstarb.
Julies Schwester Elisabeth Huffmann lebte, da sie nervenkrank war, in den Wittenauer Heilstätten. Von dort war sie am 15. Dezember 1939 in die Heil- und Pflegeanstalt Meseritz-Obrawalde überstellt worden, wo sie Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde wurde.
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