Margarethe Blumenthal geb. Kohn

Verlegeort
Schloßstr. 107-108
Bezirk/Ortsteil
Steglitz
Verlegedatum
09. März 2025
Geboren
22. Juli 1891 in Görlitz
Beruf
Kindergärtnerin
Zwangsarbeit
Arbeiterin (Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik in Berlin-Borsigwalde)
Deportation
am 29. Januar 1943 nach Auschwitz
Ermordet
1943 in Auschwitz
Datei
Biografie

Margarethe Blumenthal (geb. Kohn) wurde am 22. Juli 1891 als Tochter von Isaac und Fanny Kohn (geb. Schäfer) in Görlitz/Schlesien geboren. Ihr Vater Isaac Kohn war Kaufmann in Görlitz.  
Margarethe Blumenthal hatte einen älteren Bruder, Georg Friedrich Kohn, der 1888 in Görlitz geboren wurde. Er war Jurist und wohnte in Breslau. Von dort wurde er am 16. Juni 1943 nach Theresienstadt und am 28. Oktober 1944 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo er umgebracht wurde. 
Margarethe Blumenthal war Kindergärtnerin. Sie heiratete am 30. Juni 1928 in Görlitz den Rechtsanwalt und Notar Dr. Curt Blumenthal. Sie zog zu ihm in die Schloßstraße 107/108 in Berlin-Steglitz. Am 18. Oktober 1929 wurde ihr Sohn Werner Louis Blumenthal in Berlin geboren. 

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten hatte ihr Ehemann ab 1933 ein Berufsverbot als Notar, ab 1938 durfte er auch nicht mehr als Rechtsanwalt arbeiten. Im Juni 1939 zog die Familie von der Schloßstraße 107/108 in eine sog. Zwangswohnung in der Mommsenstraße 22 in Berlin-Charlottenburg. Die Wohnung in der Schloßstraße war also der letzte frei gewählte Wohnsitz der Familie Blumenthal. 
Margarethe Blumenthal wurde zu Zwangsarbeit verpflichtet. Aus ihrer Vermögenserklärung ergibt sich, dass sie als Arbeiterin bei der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik in Berlin-Borsigwalde tätig sein musste. 

Am 17. Januar 1943 musste die Familie Blumenthal ihre Vermögenserklärungen abgeben. Die ausgefüllten Vermögenserklärungen mussten zusammen mit den Personaldokumenten, den Lebensmittelkarten sowie den Haustürschlüsseln in die Sammellager mitgebracht werden, in denen die Menschen vor ihrer Deportation in die Konzentrations- und Vernichtungslager zusammengepfercht waren. Die Familie Blumenthal kam in das Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26, wo vorher ein jüdisches Altersheim und die jüdische Moses-Mendelssohn-Schule untergebracht waren. In dem Sammellager wurden Margarethe Blumenthal sowie ihrem Ehemann und ihrem Sohn die Verfügungen zum Einzug ihres jeweiligen Vermögens am 27. Januar 1943 übergeben. 

Zwei Tage später, am 29. Januar 1943, wurde die Familie Blumenthal vom Güterbahnhof Berlin-Moabit aus mit dem 27. „Osttransport“ in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort umgebracht.