Flora Goldschmidt wurde am 22. März 1886 als Tochter des Kaufmanns Mose Goldschmidt (1843-1900) und seiner Frau Lina Goldschmidt, geborene Blum in Monsheim/Hessen geboren. Flora hatte zwei Schwestern, Alice und Julie. Wie sie aufwuchs und ob sie einen Beruf erlernte ist uns nicht bekannt.
Am 5. August 1920 heiratete sie mit vierunddreißig Jahren den drei Jahre älteren Kaufmann Heinrich Kapellner (1889-1936). Dieser wohnte zu dieser Zeit in Berlin-Charlottenburg. 1922 wurde ihre erste Tochter Nora (1922-1943) noch in Monsheim geboren. Es folgte 1924 die zweite Tochter Ingeborg (1924-1943), die bereits in Potsdam auf die Welt kam.
Spätestens 1934 gründete Flora Kapellner gemeinsam mit ihrem Mann das „Kinderheim Kapellner“ in der Großen Weinmeisterstraße 26/27 in Potsdam. Das Ehepaar inserierte dies in verschiedenen Zeitungen. Gemeinsam planten sie für 1936 den Umzug des Kinderheims nach Berlin-Zehlendorf. Heinrich verstarb jedoch noch bevor das Kinderheim in die Herrmannstraße 11 (heute 11a) in Zehlendorf verzog.
In diesem Heim lebten neben der Familie Kapellner auch die Schwester von Flora, Alice Goldschmidt (1890-1943), die nach dem Tod von Heinrich im Kinderheim mitarbeitete. Zwischen 1936 und 1942 lebten in dem Heim mindestens 40 Kinder und Jugendliche, von denen viele im Holocaust ermordet wurden.
Zu Beginn des Jahres 1942 wurde das Kinderheim aufgelöst und der Mietvertrag gekündigt.
Flora Kapellner wurde am 26.10.1942 gemeinsam mit ihrer Tochter Ingeborg mit dem 22. Transport nach „Osten“ deportiert. Heute wissen wir, dass der Transport nach Riga ging, wo Flora und Ingeborg bereits drei Tage später, am 29.10.1942 ermordet wurden.
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