Frida (Frieda) Mosler geb. Goldstein

Verlegeort
Rothenburgstr. 24
Bezirk/Ortsteil
Steglitz
Verlegedatum
11. September 2024
Geboren
15. September 1891 in Berlin
Deportation
am 04. März 1943 nach Auschwitz
Ermordet
März 1943 in Auschwitz
Biografie

Frida (Frieda) Goldstein wurde am 15. September 1891 in Berlin geboren. Sie stammte aus einer jüdischen Familie. Ihre Eltern waren Siegfried Goldstein (*25.02.1856/Berlin) und Rosalia Abel (*07.07.1856/Berlin). Frida hatte einen Bruder, Hans Goldstein (vermutlich geboren am 15. Mai 1895). Von ihm konnten wir keine Spuren finden.

Frida Goldstein heiratete den Bankkaufmann Kurt Mosler, der am 16. Oktober 1890 geboren wurde. Von 1919 bis 1924 lebte die Familie Mosler in Lichterfelde in der Lorzingstraße 4. Hier kamen zwei Kinder zur Welt: Tochter Traud wurde am 8. September 1919 und der Sohn Werner am 23. November 1922 geboren.

Da Fridas Ehemann eine erfolgreiche Karriere im Bank- und Versicherungsgeschäft machte, lebte die Familie ohne finanzielle Sorgen. 1923/24 konnte ein großes Grundstück in der Rothenburgstraße 24 gekauft und ein villenähnliches Doppelhaus gebaut werden, in das die Familie 1925 einzog. Auch Fridas Schwiegermutter Lydia Mosler zog nach dem Tod ihres Mannes in den Haushalt ein – so lebten nun drei Generationen unter einem Dach.

Ab 1933 wuchs der Antisemitismus und die damit verbundenen Einschränkungen für das Leben von Jüdinnen und Juden wurden immer spürbarer. Schon früh machten sich die Moslers Gedanken über eine mögliche Auswanderung . Ein erster Versuch wurde 1935 unternommen, als Kurt Mosler nach Amsterdam ging, um dort wirtschaftlich Fuß zu fassen. Sohn Werner ging mit dem Vater mit, um in Amsterdam weiterhin das Gymnasium zu besuchen. Beides schlug fehl, so dass Vater und Sohn im Sommer 1936 nach Berlin zurückkehrten.

Inzwischen richteten sich die Gedanken der Eltern auf die Rettung ihrer Kinder. Denn in Berlin verschlechterte sich die gesellschaftliche Situation für Jüdinnen und Juden und damit einhergehend die ökonomische Lage für die Familie dramatisch: Enteignungen und hohe steuerliche Abgaben, zu denen sie gezwungen wurden, ließen das Vermögen der Familie rasch schmelzen. 1936 gründete Kurt Mosler als Alternative zum Bankgeschäft, in dem er als Jude nicht mehr tätig sein durfte, einen Druckerei-Betrieb, der in der Wilhelmstr. 33 ansässig war.

Auch die Furcht vor Inhaftierung wurde immer realer, spätestens, als die Druckerei zum 31. Dezember 1938 zwangsweise an einen neuen Eigentümer übergeben werden musste, ohne dass ein Kaufpreis gezahlt wurde. 

Nur wenige Wochen später musste auch die Rothenburgstr. 24 weit unter Wert verkauft werden. Frida hatte die Räumung des Hauses zu organisieren und zu entscheiden, welche Einrichtungsgegenstände und Wertsachen in eine Dreizimmerwohnung in der Prinzregentenstr. 4 mitgenommen werden konnten. Alles andere – Möbel, Teppiche, Bilder, Geschirr – wurde bei der Firma Kopania in der Bergstraße 91 in Steglitz eingelagert. Im Oktober 1939 zogen Frida, Kurt und ihre Schwiegermutter Lydia in der Prinzregentenstr. 4 ein.

Möglicherweise zog auch Gertrud Goldstein – die verwitwete Tante von Frida – mit der Familie in die Prinzregentenstr. Für sie hatte Kurt Mosler die Zahlung der „Reichsfluchtsteuer“ übernehmen müssen, und Gertrud Goldstein war bei der Volkszählung im Mai 1939 noch bei den Moslers in der Rothenburgstr. 24 gemeldet.

Glücklicherweise war aber im Jahr 1939 beiden Kindern von Frida die Flucht nach England geglückt. Traud war im März 1939 in England angekommen, Werner gelang die Ausreise im Juli desselben Jahres.