Judith Bütow ist am 3. Dezember 1922 in Allenstein (Olsztyn) in Ostpreußen geboren. Das Mädchen war durch eine Polioerkrankung gehbehindert und bedurfte ständiger Pflege. Die fünfköpfige Familie – Judith bekam noch zwei Geschwister – wohnte zuletzt in der Caspar-Theyß-Staße 26. Bei der Volkszählung am 17. Mai 1939 lebte Judith in der Rulaer Straße 24 zur Untermiete bei einer Familie, wo sie in der Nähe Physiotherapie bekommen konnte und Eurythmie lernte. Als im August 1942 der Deportationsbefehl kam, lebte sie wieder mit ihren Eltern und den Geschwistern in der Caspar-Theyß-Straße. Mit ihnen – außer Kurt - wurde sie am 15. August 1942 nach Riga deportiert. Wie sie die Zugfahrt von Berlin nach Riga, die drei Tage lang dauerte, in ihrem Zustand überstanden hat, ist rätselhaft. Auch Judith wurde sofort nach der Ankunft am Güterbahnhof der lettischen Hauptstadt am 18. August 1942 ermordet, sowie ihre Eltern Hugo und Rosa und ihre Schwester Eva. Als Todesdatum aller gilt der Ankunftstag, der 18. August 1942. Judith war 19 Jahre alt.
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