Paula Schwarz wurde am 27. Juli 1930 in Berlin als jüngstes der drei Kinder von Jacob Schwarz und Mindel Neugewirtz Schwarz geboren. Sie war ein liebes, aufgewecktes und glückliches Kind, das von ihren Eltern, ihrem älteren Bruder Allan und ihrer Schwester Shula innig geliebt wurde.
Paulas Kindheit wurde von der Einführung der antisemitischen
Nürnberger Gesetze
im Jahr 1935 überschattet, die die bürgerlichen Freiheiten der Juden in Deutschland einschränkten und es ihnen sehr schwer machten, ein sicheres und erfolgreiches Leben zu führen.
Die
Auswanderung
einer gesamten Familie war extrem schwierig, und so waren die Eltern gezwungen, eine eigentlich unmögliche Entscheidung über die Zukunft ihrer Kinder zu treffen. Nach jahrelangen Bemühungen gelang es Mindel und Jacob, Einwanderungsvisa für Allan und Shula zu erhalten, aber Paula war mit ihren acht Jahren zu jung, um allein auszuwandern. So blieb sie bei den Eltern in Deutschland.
Die Hoffnung, dass die Familie zusammenbleiben konnte, wurde zunichtegemacht, als Jacob Ende 1938 von der
Gestapo
verhaftet und in das
KZ Sachsenhausen
gebracht wurde. Wenig später verloren Mindel und Paula durch die immer schärferen antijüdischen NS-Gesetze ihre Wohnung. Sie wurden in eine Unterkunft in einem anderen Stadtteil eingewiesen. Als die in Deutschland verbliebenen arbeitsfähigen Jüdinnen und Juden für die deutsche Industrie zur Arbeit gezwungen wurden, musste Mindel für das Unternehmen Siemens arbeiten.
Am 6. März 1943 wurden die 12-jährige Paula und ihre Mutter mit 660 weiteren Menschen im sogenannten "35. Osttransport" in das
Konzentrationslager
Auschwitz
verschleppt. Beide wurden hier, wahrscheinlich gleich nach ihrer Ankunft, ermordet.
Ein Mahnmal mit der Anzahl der Opfer, der Daten der Transporte und ihrer endgültigen Ziele markiert heute den Gedenkort Levetzowstraße. Hier hatten die Nazis in einer Synagoge eine Sammelstelle für die Deportationen aus Berlin eingerichtet. Auch Paula und Mindel verbrachten hier ihre letzten Stunden vor dem Abtransport nach Auschwitz. Da das genaue Datum, an dem sie in Auschwitz umkamen, unbekannt ist, spricht Paulas und Mindels Familie an Jom Kippur, dem jüdischen Versöhnungstag, das Kaddisch der Trauernden für sie.
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