Salman Schocken (Shlomo Zalman Schocken, שלמה זלמן שוקן) wird am 29.10.1877 in Margonin, in der preußischen Provinz Posen geboren. Aus einfachen Verhältnissen stammend, zieht er mit seinem Bruder Simon nach Zwickau in Sachsen und gründet erfolgreich Einzelhandelsgeschäfte, die sie gemeinsam zu einem der großen Deutschen Warenhauskonzerne ausbauen – dem Kaufhaus Schocken.
Im Jahr 1924 bezieht die Familie im Westen von Berlin-Zehlendorf eine Villa des Architekten Hermann Muthesius in der Lessingstraße 29, die 1936 umbenannt werden wird in Limastraße. Salman baut eine bedeutende Sammlung von moderner Kunst, Handschriften und Büchern sowie eine Judaica auf. Er unterstützt die Zionistische Bewegung in Deutschland und auch einzelne jüdische Personen sowie die jüdische Ansiedlung in Palästina. Im Jahr 1931 gründet er in Berlin den Schocken-Verlag, der auf jüdische Literatur und Geisteswelt spezialisiert ist.
Ab Sommer 1933 bereitet er sich und seine Familie auf die Emigration vor, die im Winter 1933/1934 durch einen Winterurlaub in der Schweiz gelingt. Die Familie lässt sich in Jerusalem nieder. 1938 wird der Schocken-Verlag von den Nationalsozialisten geschlossen. Im selben Jahr wird der Familie ihr Warenhauskonzern wie auch ihre persönlichen Immobilien entrissen. Der Konzern wird zwangsverkauft an eine deutsche Bankengruppe unter der Führung der Deutsche Bank AG und der Reichs-Kredit-Gesellschaft AG, beide mit Sitz in Berlin. Die Firmenteile gehen später, nach dem 2. Weltkrieg, im Horten-Konzern auf (mit Ausnahme derer, die sich in der Sowjetischen Besatzungszone befinden).
In Palästina engagiert sich Salman im neu entstehenden jüdischen Staat. Er gründet einen neuen Schocken-Verlag in Tel Aviv und erwirbt die Zeitung Haaretz, die er und seine Kinder zu einem bedeutenden Blatt ausbauen. 1940 geht er mit einigen seiner Kinder und seiner Frau nach New York, wo er einen weiteren Buchverlag, Schocken Books gründet. Auch dieser besteht bis heute.
Salman Schocken stirbt am 6. August 1959 im Schweizer Urlaubsort Pontresina.
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