Martha Charlotte Davidsohn wurde am 15. Mai 1865 als Martha Charlotte Jacoby in Berlin geboren. Ihre Eltern waren der Kaufmann Emil Jacoby und Sophie Jacoby, geborene Friedländer. Sie wuchs im Bezirk Charlottenburg auf. Später heiratete sie den Sanitätsrat Dr. Heinrich Davidsohn und bekam mit ihm zwei Töchter, Sophie Erna und Anna Ilse. Die Familie lebte in der Bahnstraße 1–2, der heutigen Crellestraße 1, in Berlin-Schöneberg. In dem Gebäude befand sich auch die Praxis von Heinrich Davidsohn, in der auch die Tochter Erna arbeitete, die ebenfalls Ärztin war. Mit dem Verlust der Berufserlaubnis durch die Nationalsozialisten verloren ihr Mann und ihre Tochter Erna die Möglichkeit, ihren Beruf weiter auszuüben. Eine Zeit lang konnten sie noch als sogenannte „Krankenbehandler“ ohne Approbation ausschließlich jüdische Patientinnen und Patienten behandeln. Die Familie war gezwungen, aus der Wohnung in der Bahnstraße in ein Untermietverhältnis in der Marburger Straße 5 in Charlottenburg zu ziehen. Im Jahr 1940 verstarb Marthas Mann im Alter von 75 Jahren. Martha Davidsohn wurde am 21. Spetmber 1942 im Alter von 77 Jahren zusammen mit ihrer 82-jährigen Schwester Anna Jacoby mit dem „20. Osttransport“ in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort wurde sie ermordet. Es existiert eine Kennkarte aus Theresienstadt, auf der der Zeitraum 24.–25.3.1943 als Todeszeitpunkt von Martha Davidsohn vermerkt ist.
Alle Texte und Bilder auf dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne Erlaubnis des/r Rechteinhaber*in verwendet werden.