Der am 17. Juli 1876 in Tuchel (heute Tuchola/Polen) geborene Isidor Fleischhacker kam vermutlich um die Jahrhundertwende nach Berlin. Der Sohn des Schneiders Nathan Fleischhacker und dessen Ehefrau Johanna, geb. Cohn, traf hier die am 14. Oktober 1870 in Berlin geborene Henriette Brandt. Sie war die Tochter des Kaufmanns Karl Kallmann, genannt Brandt und dessen Ehefrau Rosalie, geb. Jacobi.
Isidor und Henriette heirateten im Juni 1902 in Berlin. Isidor war von Beruf Commis (Händler) und Henriette Verkäuferin. Henriette lebte bereits in Prenzlauer Berg in der Kastanienallee 29/30. Isidor wohnte in der Jägerstraße 1 in Berlin-Mitte.
Am 27. Mai 1903 wurden ihre Zwillingstöchter Klara und Jenny im Jüdischen Krankenhaus in Wedding geboren. Ihnen folgte am 10. November 1904 die dritte Tochter Charlotte. Aus deren Geburtsurkunde wissen wir, dass die Familie nun in der Kastanienallee 24 wohnte.
Im Jahr 1910 zog die 5-köpfige Familie Fleischhacker in die Fehrbelliner Straße 40/41, 2. Etage (oder „2 Treppen“ – wie der Berliner sagt). Hier lebte die Familie Fleischhacker bis 1936.
Ab 1937 wird Isidor Fleischhacker im Berliner Adressbuch als Haushaltsvorstand in der Zehdenicker Straße 5 genannt. Ob die Fleischhackers nach dem Auszug der verheirateten Töchter indessen in eine kleinere Wohnung wechselten oder ob der Umzug schon den wirtschaftlichen Auswirkungen der NS-Gesetzgebungen gegen jüdische Bürgerinnen und Bürger geschuldet war, ist nicht mehr zu ermitteln.
Belegt durch seine Sterbeurkunde ist aber, dass Isidor Fleischhacker im KZ Sachsenhausen inhaftiert wurde. Ableitend aus seiner Häftlingsnummer muss dies Ende Mai oder Anfang Juni 1942 geschehen sein.
Am 19. Oktober 1942, also keine 5 Monate später, verstarb er dort. Als Todesursache wurde die Krankheit Ruhr angegeben und in der Sterbeurkunde des Standesamtes Oranienburg dokumentiert.
Henriette Fleischhacker wurde bereits am 17. August 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort wurde ihr Tod am 17. Februar 1943 festgestellt.
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