Edith Wechselmann kam am 20. Juni 1889 in Ratibor in der damaligen preußischen Provinz Schlesien zur Welt. Sie war die 15 Monate jüngere Schwester von Georg Isidor Wechselmann. Auch sie war unverheiratet und lebte zusammen mit ihrem Bruder und ihrer Mutter, Wanda Wechselmann (geb. Lachmann), in der Duisburger Straße 6.
Ob sie einen Beruf ausübte, ist nicht bekannt. Sicher ist, dass sie – wie viele Menschen der arbeitsfähigen jüdischen Bevölkerung – ab März 1939 jederzeit zur Zwangsarbeit bei deutschen Unternehmen herangezogen werden konnte, sobald ihr das Arbeitsamt eine Stelle zuwies. Sie verdiente als Arbeiterin bei der Fa. Krone-Presswerk AG in der Frankfurter Allee 288 in Berlin-Lichtenberg einen Stundenlohn von 0,51 RM. Der durchschnittlice Stundenlohn eines Industriearbeiters lag 1939 um 30 Pfennig darüber. Ihre erzwungene „Vermögenserklärung" lässt auf eine bescheidene bürgerliche Existenz schließen, denn sie weist lediglich einen Bücherschrank mit diversen Büchern, einen Hutschrank und ein Seidenkleid auf.
Edith Wechselmann wurde zusammen mit ihrem Bruder am 19. Oktober 1942 mit dem sog. „21. Osttransport" mit weiteren 962 jüdischen Berlinerinnen und Berlinern nach Riga deportiert und – wie fast alle Menschen, die mit diesem Transport aus Berlin kamen – am 22. Oktober 1942 in den umliegenden Wäldern ermordet.
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