Werner Kirschbaum wurde am 6. Dezember 1915 in Berlin geboren. Seine Mutter, Amalie Kirschbaum, geb. Plaut, verstarb im Jahr 1926. Werners Vater, der Textilfachmann Artur Kirschbaum, heiratete 1939 die Stenotypistin Franziska Käthe Jacobi.
Werner, der sehr aktiv in der jüdischen Jugendbewegung war, war zu diesem Zeitpunkt bereits aus Deutschland geflohen. Eigentlich war sein Ziel gewesen, in Berlin Psychiatrie zu studieren, aber als Jude bekam er keine Zulassung. So ging er bereits 1936 nach Palästina.
1944 trat er der neu aufgestellten Jüdischen Brigade der britischen Armee bei und war an den Kämpfen gegen Deutschland in Nordafrika, Italien, Belgien und den Niederlanden beteiligt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beteiligte sich Werner aktiv an der Fluchthilfe für Holocaust -Überlebende nach Palästina. Dort hatten die Briten seit 1939 strikte Einreisebeschränkungen gegen Jüdinnen und Juden erlassen. Werner heiratete jüdische Frauen, um sie nach Palästina zu bringen. Waren sie dort angekommen, ließ er sich wieder von ihnen scheiden. Oft war es nur Ehepaaren erlaubt, in das britische Mandatsgebiet auszuwandern.
Später lebte Werner Kirschbaum in Haifa und arbeitete in einer Elektrofirma. Er schloss sich der Hagana-Widerstandsorganisation an, die gegen die Briten und arabische Nationalisten für einen eigenen jüdischen Staat kämpfte. 1946 heiratete Werner eine jüdische Konvertitin. Zwei Jahre darauf wurde der gemeinsame Sohn Benjamin in Israel geboren. 1950 hebräisierte Werner seinen Nachnamen in Kiron, da er als Regierungsmitarbeiter tätig war. Werner Kiron starb 1988 in Israel.
Wir bedanken uns ganz herzlich für die Unterstützung des Enkelsohns, der auch 1999 bei Yad Vashem ein Gedenkblatt für seinen Urgroßvater einreichte.
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