Jakob Markus

Location 
Köpenicker Straße 27
Historical name
Köpenicker Straße 26a
District
Kreuzberg
Stone was laid
05 May 2024
Born
04 April 1895 in Gollub (Westpreußen) / Golub-Dobrzyń
Deportation
on 01 March 1943 to Auschwitz
Murdered
31 March 1943 in Auschwitz
Biography

Jakob Markus kam am 4. April 1895 in Gollub in Westpreußen als Sohn von Markus Markus und dessen Ehefrau Auguste, geb. Cohn, zur Welt. Die kleine Stadt Gollub (polnisch Golub-Dobrzyń) liegt etwa 30 km nordöstlich von Thorn. Jakob Markus entstammte einer jüdischen Familie, über seine Kindheit und Jugend haben sich ansonsten keine Informationen erhalten. 

Nach dem Ersten Weltkrieg musste seine Heimatstadt Gollub aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zum Zweck der Errichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden. Möglicherweise übersiedelte Jakob zu diesem Zeitpunkt mit seiner Familie nach Berlin. Seine Mutter Auguste Markus starb dort am 30. Dezember 1923. 

Über Jakob Markus' Leben in den 1920er und 1930er Jahren ist nichts bekannt. Während der Volkszählung im Mai 1939 lebte er in Braunschweig.

Der Tischler Jakob Markus heiratete am 12. November 1941 in Berlin die Witwe Edith Braun, geb. Ehmann, geb. am 12. Juni 1902 in Berlin. Sie brachte ihren Sohn Berl Braun, geb. am 19. August 1940 in Berlin, mit in die Ehe. Der Vater des Kindes war nur 11 Tage nach dessen Geburt ums Leben gekommen. Seit Dezember 1941 bewohnte die kleine Familie in der Köpenicker Straße 26a ein Zimmer zur Untermiete. 

Jakob Markus wurde am 27. Februar 1943 Opfer der „Fabrikaktion“, bei der die bis dahin von der Deportation verschonten letzten Berliner Juden, die in kriegswichtigen Betrieben zwangsbeschäftigt waren, verhaftet und deportiert wurden. Jakob hatte Zwangsarbeit beim Holzbearbeitungswerk Hans Schubert in der Rudolfstädter Straße 51-85 in Wilmersdorf verrichten müssen. Vom Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26 wurde er am 1. März 1943 mit dem 31. Osttransport nach Auschwitz verschleppt und am 31. März 1943 ermordet. 

Edith Markus und Berl Braun wurden am 17. März 1943 mit dem 4. großen Alterstransport nach Theresienstadt und von dort am 16. Mai 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet.