- Location
- Badensche Straße 42
- District
- Wilmersdorf
- Stone was laid
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07 September 2024
- Born
- 1855 in Przelaika (Schlesien) / Przełajka
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Dead
- 03 June 1938 in Berlin
Über Klara Semmel, geb. Riesefeld, gibt es nur wenige Informationen. Das einzige nachweisbare Dokument ihrer Existenz ist ihre Sterbeurkunde, ausgestellt am 3. Juni 1938. Darin meldete die Krankenschwester Nora Elisabeth Poswiansky, ausgewiesen durch ihr Arbeitsbuch, den Tod von Klara Semmel, geb. Riesefeld, geboren 1855 in Przelaika, Kreis Kattowitz (Przełajka/Polen), verheiratet mit dem Hauptlehrer außer Dienst Eduard Semmel. Klara Semmel verstarb am 3. Juni 1938 vormittags um 10 Uhr im Alter von 83 Jahren in der Wohnung Martin-Luther-Straße 55.
Wir wissen, dass sie am 20. November 1890 den Hauptlehrer Eduard Semmel geheiratet hat und dass die gemeinsame Tochter Thea am 4. Dezember 1892 in Laurahütte bei Kattowitz (heute Siemianowice Śląskie/Polen) geboren wurde. Thea heiratete am 15. Juni 1920 ihren ersten Ehemann, den aus Bielefeld stammenden Emil Grünebaum. Thea brachte am 17. September 1921 die Tochter Miriam Therese in Bielefeld zur Welt. Miriam konnte in die USA flüchten. Sie verstarb dort am 26. Februar 2003 unter dem Namen Miriam Therese Lang, geb. Grünebaum.
Wann genau der Umzug von Eduard und Klara Semmel nach Berlin stattfand, ist nicht bekannt, aber der Name Eduard Semmel als Haushaltsvorstand ist ab 1923 in den alten Berliner Adressbüchern nachzuweisen. Die erste Familienadresse war in der Großen Frankfurter Straße 35, der heutigen Karl-Marx-Allee. Ab 1929 wohnte die Familie in der Holzmarktstraße 64 in Berlin-Mitte. Nach 1935 lebten die Semmels in der Badenschen Straße 42, Ecke Prinzregentenstraße in Berlin-Wilmersdorf. Dies war die letzte frei gewählte Adresse.
Laut Berliner Adressbuch wohnten sie ab 1938 in der Martin-Luther-Straße 55 (jetzige Nr.117) Ecke Heylstraße in Schöneberg. Dieses Haus ist eindeutig als ein sogenanntes „Judenhaus“ identifiziert, was wir jetzt als Zwangshaus bezeichnen.
Mit in diesem Haus lebten weitere Jüdinnen und Juden, von denen viele später durch das NS-Regime ermordet wurden. Auch die Krankenschwester Nora Elisabeth Poswiansky, die Klara Semmels Tod gemeldet hat, lebte dort. Sie wurde am 13. Januar 1942 im Alter von 37 Jahren nach Riga deportiert und ermordet.
Weiter wohnte dort Alfred Neustadt, geboren am 8. September 1880 in Hamburg. Aus dessen Sterbeurkunde vom 14. März 1942 ist zu entnehmen, dass er am 12. März 1942 im Jüdischen Krankenhaus, angeblich an Lungenentzündung und Herzschwäche, verstorben sei. Zudem wird erwähnt, dass Alfred mit Klaras und Eduards Tochter Thea Neustadt verheiratet war. Die Eheschließung war am 22. Februar 1941 in Berlin-Schöneberg erfolgt.
Thea Neustadt musste nach dem Verlust ihrer Mutter und dem Tod des zweiten Ehemanns erneut zwangsweise umziehen. Ihre letzte Adresse, angegeben auf der Deportationsliste, war die Westarpstr. 2, nahe dem Bayerischen Platz. Am 12. Januar 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert, wo sie vermutlich sofort ermordet wurde. Thea wurde nur 50 Jahre alt.
Klaras Witwer Eduard Semmel wurde am 2. Februar 1943 nach Theresienstadt verschleppt, wo er nur wenige Wochen später am 24. März im Alter von 79 Jahren ermordet wurde.
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