Emil George Neumann kam am 4. Juli 1905 in Klein-Röbern in Westpreußen als Sohn des Arbeiters Gottfried Neumann und dessen Ehefrau Justine, geb. Gleibs, zur Welt. Die Familie war evangelisch. Das Dorf Klein-Röbern (polnisch Rakowo) liegt 13 km nordöstlich der Stadt Elbing (polnisch Elbląg). Über die Kindheit und Jugend von Emil Neumann haben sich keine Informationen erhalten.
Nach der Schule begann er 1919 eine Lehre als Maschinenschlosser in der Maschinen- und Lokomotivfabrik, Schiffswerft und Eisengießerei F. Schichau in Elbing. Anschließend war Emil Neumann dort angestellt, bis er 1925 nach Berlin übersiedelte. Hier arbeitete er bei Borsig und AEG, von 1929 bis 1933, während der Weltwirtschaftskrise, war er arbeitslos. Dann fand er Beschäftigung als Kino-Kontrolleur, ab 1935 konnte er bei der Pumpenfabrik Deutsche Worthington in Hohenschönhausen wieder in seinem Beruf als Maschinenschlosser arbeiten.
Emil Neumann heiratete am 20. Februar 1934 in Berlin die Hausangestellte Ruth Philippsborn, geb. am 23. Dezember 1910 in Tempelburg (Pommern). Sie gehörte der jüdischen Religionsgemeinschaft an. Am 2. August 1934 wurde die Tochter Ingrid, am 8. April 1938 Helga geboren. Die Familie lebte seit Mitte der 1930er Jahre in der Rigaer Straße 107 (= Weidenweg 35). Im selben Haus lebten auch Emil Neumanns Schwiegermutter Rosalie Philippsborn sowie die Brüder seiner Frau, Paul und Erwin Philippsborn.
Ab Herbst 1944 wurden 10.000–20.000 sogenannte „Halbjuden“ und Personen, die mit Juden verheiratet waren, für die „Organisation Todt“ (OT), eine paramilitärische Bautruppe im NS-Staat, zwangsrekrutiert und in OT-Lager verbracht, darunter auch Emil Neumann: Mitte Oktober 1944 wurde er aufgefordert, sich im OT-Lager Eichkamp zu melden, wurde verhaftet und unter Bewachung von SS und OT-Mitgliedern per Bahn in das OT-Lager nach Burg bei Magdeburg gebracht. Dort musste er als Bauhilfsarbeiter Erdarbeiten verrichten. Als die alliierten Truppen Mitte April 1945 näherrückten, gelang es den OT-Häftlingen zu fliehen, nachdem die Lagerleitung das Lager verlassen hatte. Emil Neumann kehrte nach Berlin zurück. Die Eltern und die Brüder seiner Frau waren in der Shoah ermordet worden.
Nach dem Krieg wurde Emil Neumann wieder bei seiner alten Firma Deutsche Worthington angestellt und wohnte mit seiner Familie in der Grellstraße 40 im Prenzlauer Berg.
1949 wanderten sie nach Israel aus und Emil Neumann konvertierte zum Judentum. Er arbeitete als Schlosser in einer Eisengießerei und lebte mit seiner Familie in Akko.
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