- Location
- Holzmarktstraße 51
- Historical name
- Holzmarktstraße 48a
- District
- Friedrichshain
- Stone was laid
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03 April 2025
- Born
- 14 July 1887 in Miedzno (Westpreußen)
- Deportation
- on 13 June 1942 to Sobibor
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Murdered
Else Czarlinski kam am 14. Juli 1887 in Miedzno in Westpreußen als Tochter von Leopold Czarlinski und dessen Ehefrau Rebekka, geb. Lublinski, zur Welt. Das Dorf Miedzno liegt etwa 100 km südlich von Danzig. Um 1890 zogen die Czarlinskis in die 30 km südöstlich, am Ostufer der Weichsel gelegene Stadt Graudenz (polnisch Grudziądz), die zu diesem Zeitpunkt ein schnell wachsender Industriestandort und Eisenbahnknotenpunkt war.
Else hatte mindestens noch fünf Geschwister: Emma (*1885), Georg (*1889), Minna (*1891), Helene (*1892) und Margarete (*1897). Die Familie gehörte der jüdischen Religionsgemeinschaft an. Über die Kindheit und Jugend von Else Czarlinski haben sich keine Informationen erhalten.
Else und ihre ältere Schwester Emma erlernten den Beruf der Schneiderin und übersiedelten als junge Frauen nach Berlin. Ihren Lebensunterhalt bestritten sie mit dem Nähen von Blusen. Nachdem ihre Schwester Emma 1917 geheiratet hatte, zog Else Czarlinski in die Große Frankfurter Straße 85 (die Adresse entspricht heute der Karl-Marx-Allee, etwa in Höhe des Strausberger Platzes).
Da ihre Heimatstadt Graudenz aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags im Januar 1920 an Polen abgetreten werden musste, übersiedelte auch der Rest ihrer Familie nach Berlin. Anfangs beherbergte Else ihre Schwester Helene, deren Ehemann David Holdstein und ihre Neffen Alfred, Reinhard und Hans. Zumindest lebte die Familie dort, als Hans Holdstein am 14. Mai 1921 im Alter von nur 1 ½ Jahren verstarb.
Über das Leben von Else Czarlinski im Berlin der Weimarer Republik haben sich ansonsten keine Informationen erhalten. Sie arbeitete weiterhin als Schneiderin und blieb unverheiratet.
Um 1934 zog Else zu ihrem Vater Leopold Czarlinski in die Holzmarktstraße 48a (das Gebäude existiert nicht mehr, entspricht heute etwa der Nr. 51). Im selben Haus wohnte auch ihre Schwester Margarete mit ihrem „arischen“ Ehemann Paul Sielaff. Möglicherweise war Else vom zunehmenden Boykott jüdischer Geschäftsleute betroffen und konnte nicht mehr genug verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Es könnte aber auch sein, dass ihr Vater – ihre Mutter war schon früh verstorben – zunehmend auf Hilfe oder Pflege angewiesen war. Leopold Czarlinski verstarb am 11. Oktober 1936 im Alter von 78 Jahren.
Seit etwa 1940 hatte Else ein Zimmer ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung an einen Wehrmachtssoldaten untervermieten müssen. Aufgrund der „Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden“ konnte sie sich ab dem 19. September 1941 nur noch mit stigmatisierendem „Judenstern“ in der Öffentlichkeit bewegen.
Else Czarlinski wurde am 13. Juni 1942 mit dem 15. Osttransport in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und ermordet.
Margarete und Paul Sielaff lebten weiterhin in der Holzmarktstraße 48a, bis ihre Wohnung nach einem Bombenangriff im Mai 1944 total ausbrannte. Paul Sielaff war nicht zur Wehrmacht eingezogen worden, da er aufgrund seiner „Mischehe“ als „wehrunwürdig“ galt. Ab Herbst 1944 wurden 10.000–20.000 sogenannte „Halbjuden“ und Personen, die mit Juden verheiratet waren, für die „Organisation Todt“ (OT), eine paramilitärische Bautruppe im NS-Staat, zwangsrekrutiert und in OT-Lager verbracht. Paul Sielaff wurde im November 1944 von Berlin nach Südwestdeutschland verschleppt, wo er in OT-Lagern als Sanitäter eingesetzt wurde. Ende April 1945 geriet er in Kriegsgefangenschaft, aus der er erst im Februar 1946 entlassen wurde, dann kehrte er nach Berlin zurück. Seine Ehefrau hatte das Kriegsende in Berlin erlebt. Margarete Sielaff starb 1955.
Elses Bruder Georg Czarlinski war mit seiner Ehefrau Käthe, geb. Blumberg, am 14. November 1941 mit dem 5. Osttransport in das Ghetto Minsk deportiert worden, wo sich ihre Spur verliert. Ihre Schwester Emma, verwitwete Bergmann, wurde am 19. Januar 1942 mit dem 9. Osttransport in das Ghetto Riga verschleppt, wo sie am 24. August 1943 ermordet wurde. Helene und David Holdstein wurden am 2. März 1943 mit dem 32. Osttransport nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Die Schwester Minna, verheiratete Vedder, hatte die Shoa aufgrund ihrer „Mischehe“ überlebt. Sie starb 1972.
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