- Location
- Schreinerstraße 21
- District
- Friedrichshain
- Stone was laid
-
03 April 2025
- Born
- 29 September 1886 in Schönsee (Westpreußen) / Kowalewo Pomorskie
- Deportation
- on 02 March 1943 to Auschwitz
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Murdered
David Holdstein kam am 29. September 1886 in Schönsee in Westpreußen als Sohn des jüdischen Händlers Herrmann Holdstein und dessen Ehefrau Henriette, geb. Holdstein, zur Welt. Die Kleinstadt Schönsee (polnisch Kowalewo Pomorskie) liegt etwa 25 km nordöstlich von Thorn. Über die Kindheit und Jugend von David Holdstein haben sich keine Informationen erhalten.
Er ergriff den Beruf des Kaufmanns und heiratete um 1910 in Graudenz (Westpreußen) Helene Franziska Czarlinski, die am 23. Dezember 1892 ebendort geboren wurde. Am 24. Mai 1911 kam der Sohn Alfred, am 7. März 1915 Reinhard zur Welt. Graudenz, am Ostufer der Weichsel und etwa 90 km südlich von Danzig gelegen, war zu diesem Zeitpunkt ein Industriestandort und Eisenbahnknotenpunkt. Laut dem Graudenzer Adressbuch des Jahres 1913 war David Holdstein kaufmännischer Angestellter und die Familie wohnte in der Oberen Thorner Straße 37. Ende 1919 wurde Sohn Hans geboren, der aber im Alter von 1 ½ Jahren am 14. Mai 1921 verstarb. Ein weiterer Sohn, Siegfried, starb ebenfalls im Kleinkindalter.
Die Holdsteins übersiedelten im Juli 1920 nach Berlin, nachdem Graudenz aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags im Januar 1920 an Polen abgetreten worden war. Die Familie lebte im Bezirk Friedrichshain, von den frühen 1920er Jahren bis 1932 in der Lebuser Straße 14, seit etwa 1934 in der Schreinerstraße 21.
Sohn Reinhard Holdstein gibt nach dem Krieg gegenüber dem Entschädigungsamt an, dass sein Vater Einkäufer für Gardinen und Teppiche im Kaufhaus von Moritz Kiewe in der Prenzlauer Allee war. Auch die Söhne Alfred und Reinhard absolvierten eine kaufmännische Ausbildung. Seine Stellung im Kaufhaus Kiewe verlor David Holdstein um 1939 infolge der Arisierung der Firma. Er musste dann Zwangsarbeit bei einer Baufirma verrichten, seine Söhne wurden ebenfalls zur Zwangsarbeit verpflichtet.
Alfred Holdstein hatte 1936 Ida Rosenfeld geheiratet und lebte mit ihr in der Dirschauer Straße 13. Reinhard Holdstein heiratete 1938 Selma Rosenfeld, Idas jüngere Schwester. Nach der Hochzeit wohnte das junge Ehepaar bei David und Helene Holdstein, zuletzt in der Landsberger Straße 119, wohin sie zu einem unbekannten Zeitpunkt verzogen waren.
Die Familie Holdstein wurde am 27. Februar 1943 Opfer der „Fabrikaktion“, bei der die bis dahin von der Deportation verschonten letzten Berliner Juden, die in kriegswichtigen Betrieben zwangsbeschäftigt waren, verhaftet und deportiert wurden.
David und Helene Holdstein sowie die Schwiegertochter Selma wurden mit dem 32. Osttransport am 2. März 1943 nach Auschwitz verschleppt und wahrscheinlich gleich nach ihrer Ankunft ermordet. Reinhard Holdstein wurde mit dem 34. Osttransport am 4. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager und wanderte 1949 in die USA aus.
Der ältere Sohn Alfred war mit seiner Frau Ida und seiner Schwiegermutter Regina Rosenfeld bereits am 18. Oktober 1941 mit dem 1. Osttransport in das Ghetto Lodz deportiert worden. Regina Rosenfeld und Tochter Ida wurden im Mai 1942 im Ghetto Lodz ermordet, Alfred Holdstein wurde am 6. Juli 1944 in das Vernichtungslager Kulmhof verschleppt und ermordet.
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