Dorothea Bolte

Location 
Oranienplatz 15
District
Kreuzberg
Stone was laid
04 April 2025
Born
24 April 1892 in Berlin
Admitted
von 1940 in Landesanstalt Eberswalde
Transferred
to Brandenburg an der Havel
Murdered
October 1940 in der Tötungsanstalt Brandenburg
Biography

Anna Caroline Dorothea Bolte kam am 24. April 1892 in Berlin als Tochter des Gymnasiallehrers Dr. phil. Johannes Bolte (1858–1937) und dessen Ehefrau Margarete, geb. Pompe (1862–1921), zur Welt. Ihr Vater, ein promovierter Altphilologe, war ein international renommierter Germanist, Volkskundler und Märchenforscher. Nach seiner Pensionierung 1923 wurde er als ordentliches Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.

Dorothea wurde im Haus Elisabethufer 37 geboren (später umbenannt und umnummeriert in Oranienplatz 15), in dem sie ihr Leben lang wohnen sollte. Das Haus hatte bereits ihr Großvater Georg Friedrich Bolte (1809–1877), ein Berliner Maler, für die Familie erworben.

Sie wurde evangelisch getauft und hatte noch zwei Geschwister: Bertha Gertrud Hildegard (1893–1894) und Friedrich Adolf Gerhard (1895–1897). Über die Schulzeit von Dorothea haben sich keine Informationen erhalten. Sie absolvierte eine Ausbildung als Bibliothekarin.

Im Alter von etwa 17 Jahren wurde bei ihr eine hebephrene Schizophrenie diagnostiziert. Ihre Eltern brachten sie jahrelang von einem Sanatorium zum anderen. Nach dem Tod ihres Vaters 1937 verlieren sich Dorotheas Spuren in den Heilanstalten.

1940 befand sie sich in der Landesanstalt Eberswalde. Im Herbst wurde Dorothea Bolte nach Brandenburg an der Havel überstellt und in der dort befindlichen Tötungsanstalt im Rahmen der „Aktion T4“ wahrscheinlich am 5. Oktober 1940 ermordet. Eine Falschbeurkundung der „Euthanasie“-Anstalt Pirna-Sonnenstein gibt als ihr Todesdatum den 19. Oktober 1940 an.

Der Familie wurde eine Urne mit ungewissem Inhalt als ‚ihre‘ Urne übergeben. Diese wurde in der gemeinsamen Grablege ihrer Großeltern und Eltern auf dem Friedhof der St. Jacobi-Gemeinde in Berlin-Neukölln beigesetzt. Die Beerdigung führte ein Bruder ihrer Mutter, Pfarrer Walter Pompe, aus.