- Location
- Reichenberger Straße 120
- District
- Kreuzberg
- Stone was laid
-
29 October 2025
- Born
- 16 March 1884 in Berlin
- Deportation
- on 28 March 1942 to the Ghetto Piaski
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Murdered
Käthe Henriette Süssmann kam am 16. März 1884 in Berlin als Tochter des jüdischen Fabrikbesitzers Paul Süssmann und dessen Ehefrau Philippine, geb. Aschheim, zur Welt. Käthe hatte noch vier Geschwister: Alfred (1883–1884), Charlotte (*1885), Julie Else (*1886) und Margarethe (*1888). Der Vater war Inhaber einer Lack- und Militär-Putzeffekten-Fabrik, er verstarb allerdings bereits am 2. Dezember 1889 im Alter von nur 40 Jahren – da war Käthe gerade fünf Jahre alt.
Ihre Mutter musste nun allein für vier kleine Kinder sorgen, offenbar hatte der Vater aber etwas Geld hinterlassen und die Familie war nicht vom Abstieg in die Armut bedroht. Um 1900 zogen die Süssmanns vom Berliner Norden – bisher hatten sie an verschiedenen Adressen im Wedding gelebt – nach Kreuzberg. Dort wohnten sie zunächst in der Gitschiner Straße 17, seit ca. 1910 in der Moritzstraße 2.
Käthe verdiente ihren Lebensunterhalt als Buchhalterin. Nachdem 1917 ihre Mutter verstorben war und die jüngste Schwester Margarethe geheiratet hatte, zog Käthe Süssmann bei der Familie Timendorfer im ersten Stock des Hauses Reichenberger Straße 120 als Untermieterin ein. Das jüdische Ehepaar Siegismund und Cassilda Timendorfer bewohnte dort mit ihrer Tochter Gertrud, die ebenfalls Buchhalterin war, eine 3 ½-Zimmer-Wohnung. Siegismund Timendorfer verstarb 1926, seine Ehefrau Ende 1928.
Mit der schrittweisen Entrechtung und Verfolgung von Juden seit 1933 begannen auch Zwangsmaßnahmen gegen Käthe Süssmann. Darunter fielen zahlreiche Maßnahmen der Diskriminierung und sozialen Ausgrenzung, des Entzugs staatsbürgerlicher Rechte sowie der Verdrängung aus dem Berufs- und Wirtschaftsleben.
Käthe war bis Ende Februar 1933 beim Arbeitsamt Berlin angestellt, dann trat sie in den Ruhestand ein. Es ist nicht bekannt, ob sie aufgrund ihrer jüdischen Abstammung entlassen wurde oder regulär aus ihrer Anstellung ausschied und nun Rente bezog – sie war gerade 49 Jahre alt.
Aufgrund der „Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden“ konnte sie sich ab dem 19. September 1941 nur noch mit stigmatisierendem „Judenstern“ in der Öffentlichkeit bewegen.
Käthe Süssmann teilte sich inzwischen ein Zimmer mit ihrer Vermieterin Gertrud Timendorfer, da diese weitere Untermieter bei sich aufgenommen hatte: Im März 1942 lebten in der 3 ½-Zimmer-Wohnung außer den beiden Frauen noch sechs weitere Personen.
Käthe Süssmann und Gertrud Timendorfer wurden am 28. März 1942 mit dem 11. Osttransport nach Piaski deportiert. Hier verliert sich ihre Spur.
Der kleine Ort Piaski, 23 km südöstlich von Lublin gelegen, war nach der deutschen Besetzung Polens Teil des Generalgouvernements geworden. Im Schtetl in Piaski wurde Anfang 1940 ein Ghetto eingerichtet, in das u.a. mehrere tausend Juden aus dem Deutschen Reich deportiert wurden.
Die wenigen sanitären Anlagen des Ghettos waren in einem katastrophalen Zustand, die Grundversorgung mit Nahrung und Trinkwasser absolut unzureichend. Das Ghetto, bestehend aus kleinen, hauptsächlich eingeschossigen Holzhäusern, war nicht für so viele Personen ausgelegt. Zwischen 10 und 20 Menschen mussten sich in der Regel einen Wohnraum teilen. Wer nicht bald an Hunger, Entkräftung oder Krankheiten starb, wurde in eins der Vernichtungslager deportiert und ermordet.
Käthes Schwester Julie Else Süssmann war bereits 1928, die Schwester Margarethe, verwitwete Gerschel, am 14. Februar 1940 in Berlin verstorben.
Ihre Schwester Charlotte Süssmann wurde am 21. September 1942 mit dem 63. Alterstransport nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 6. Mai 1944 ums Leben kam.
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