- Location
- Gutachstr. 14
- District
- Waidmannslust
- Stone was laid
-
27 March 2010
- Born
- 11 July 1883 in Kattowitz (Schlesien) / Katowice
- Occupation
- Apotheker
- Deportation
- on 19 October 1942 to Riga
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Murdered
- 22 October 1942 in Riga
Siegfried Arian wurde am 11. Juli 1883 in Kattowitz geboren. Seine Eltern waren der Kaufmann Abraham/Adolph Aryan (Arian) und dessen zweite Frau Ester/Ernestine geb. Silberberg, die wohl als Hebamme tätig war. Seine Halbbrüder sind Max und Karl aus der ersten Ehe des Vaters mit Hulda geb. Bloch. Sie starb bereits 1878. Seine Schwestern aus der zweiten Ehe des Vaters sind Rebekka/Regina verheiratet mit Wilhelm Pick, Lena/Lea/Helene verheiratet mit Arthur Fischer und Jenny Sara verheiratet mit Bernhard Englander. Das Ehepaar Englander wählte den Freitod. Die Ehepaare Pick und Fischer wurden im Holocaust ermordet.
Siegfried Arian hatte eine Ausbildung zum Apotheker absolviert und kam 1911 nach Berlin-Borsigwalde. Am 1. Juni 1911 heiratete er Else Ehrenhaus. In der Ernststraße 25 ( Umbenennung 1932 in Nr. 59) hatte Siegfried die Löwendrogerie vom Apotheker Gerhard Jakubowski übernommen und hier wohnte er auch mit seiner Frau Else seit 1912.
Da Borsigwalde nicht über genügend Enwohner verfügte, durfte hier keine Apotheke eröffnet werden, aber Siegfried Arian hatte ein paar frei verkäufliche Medikamente im Angebot.
Das Ehepaar hatte drei Kinder: Hans, geboren am 12.Juni 1912, Eva, geboren am 5. Juni 1916, Fritz, geboren am 29. Juni 1919
Während des 1. Weltkrieges war Siegfried Arian nicht Soldat, sondern arbeitete als Buchhalter bei der Firma Hazet in der Breitenbachstraße. Seine Frau Else übernahm in dieser Zeit die Leitung der Drogerie.
Während der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 wurde die Löwendrogerie zerstört und das Ehepaar musste sich eine neue Unterkunft suchen. Sie wohnten dann in der Gutachstraße 14 in Berlin-Waidmannslust.
Das Haus hatte der jüdische Lehrer und Rabbiner Curt Rosenbaum neu gebaut. Außer ihm gab es noch einen jüdischen Bewohner.
Else hatte von ihrer Schwester, Meta Ehrenhaus, ein Darlehen in Höhe von 4000 RM erhalten. Wollten sie wie die Brüder von Else mit Hilfe des Geldes das Land verlassen?
Am 19. Oktober 1942 wurden Siegfried und Else Arian aus dem Judenhaus Elberfelder Str. 28 mit dem 21. Osttransport nach Riga deportiert.
Sein Todesdatum ist der 22. Oktober 1942, das heißt er wurde gleich nach der Ankunft in Riga ermordet.
Hans und Eva Arian waren nach Turin (Italien) gegangen. Hans nannte sich dort Enzo Arian. Er war promovierter Psychologe/Mediziner. Sein Freund Bruno Erber hatte seine Schwester Eva geheiratet.
Fritz Arian lebte zunächst in Hamburg, später in Rhodesien, eine Bezeichnung des Gebietes der ehemaligen britischen Kolonie Südrhodesien, der heutigen Republik Simbabwe im Süden Afrikas.
Quellen:
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/
https://www.geni.com/search?names=siegfried+arian&search_type=people
https://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=juden_nw&ID=I157993&lang=de
https://collections.yadvashem.org/de/names/1703980
https://digital-library.cdec.it/cdec-opac/person/detail/person-CDEC201-2504/erber-bruno-2
(zuletzt abgerufen am 11. Februar 2026)
LAB: B Rep. 025-08 : 2171/57 (Verfahren Eva Erber, geb. Arian, gegen das Deutsche Reich)
LAB: P Rep. 804 Nr. 407/1911 (Heiratsurkunde Siegfried und Else Arian)
Schlickeiser, Klaus: Borsigwalde einst und jetzt, Wohnen und Industrie 1989
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