Die Kaufmannstochter Else Blum wurde am 25. Oktober 1894 in Berlin geboren. Kurz vor ihrem 20. Geburtstag heiratete sie in Berlin den Zoologen Dr. Richard Sternfeld und zog nach Frankfurt am Main, wo ihr Mann ab November 1913 am Senckenberg-Museum als Herpetologe (Reptilien-Forscher) angestellt war. In Frankfurt wohnten sie zunächst in der Adalbertstraße 5 in der dritten Etage und zogen im April 1915 in die Dachgeschosswohnung der Sophienstraße 60 um. Dort wohnte die Familie bis Ende 1921.
Am 9. August 1915 wurde ihre Tochter Lore in Frankfurt geboren. Im Sommer 1916 wurde Richard Sternfeld zum Kriegsdienst einberufen. Nach der Einberufung ihres Mannes verlegte die nun mit dem Kleinkind auf sich gestellte Else Sternfeld ihren Wohnsitz insgesamt viermal für mehrere Monate zurück nach Berlin. Am 18. April 1919 wurde der Sohn Hans in Frankfurt geboren. Das einzige erhaltene Foto zeigt Else vermutlich im Frühjahr 1919 mit dem Säugling Hans und der fast vierjährigen Lore. Nachdem ihrem Mann beim Senckenberg-Museum im Herbst 1920 gekündigt worden war, da er sich für die Bildung eines Betriebsrates eingesetzt hatte, zog die Familie im Januar 1922 zurück nach Berlin und bezog eine Wohnung in der zweiten Etage der Kirchstraße 9, der heutigen Schmiljanstraße 9, in Berlin-Friedenau. Richard Sternfeld arbeitete nun als Redakteur bei der Galoppsportzeitung „Sport-Welt“. Anfang 1927 ließen sich Else und Richard Sternfeld scheiden.
Else blieb mit den Kindern Lore und Hans weiter in der Wohnung in der Kirchstraße 9 und heiratete Ende April 1927 den Film-Journalisten Hans Pander, der zuvor von ihrer älteren Schwester Käthe geschieden worden war.
1934 zog die Familie in die Büsingstraße 5. In ihrer Wohnung der Familie fanden – auch nach Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft – marxistische Schulungen statt. Am 6. April 1937 wurde Else Panders knapp 18-jähriger Sohn Hans Sternfeld dort tot aufgefunden. Den Angehörigen zufolge, wollte er mit einem Sprung aus dem Fenster einer drohenden Verhaftung entgehen.
Ab Mai 1941 wohnte Else Pander mit ihrem Mann und ihre Tochter Lore zur Untermiete in der Wohnung von Alexander und Else Zutrauen in der ersten Etage der Bregenzer Straße 3 in Berlin-Wilmersdorf. Else Pander musste bei dem Rüstungsbetrieb Ehlermann & Weckmann Maschinen und Apparatefabrik KG in Berlin-Moabit, Turmstraße 73, Zwangsarbeit leisten. Am 29. Januar 1943 wurden Else Pander, ihr Mann Hans Pander und ihre Tochter Lore Sternfeld sowie ihre Vermieter Alexander und Else Zutrauen mit dem „27. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
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