Fritz Fabian

Verlegeort
Motzstr. 82
Bezirk/Ortsteil
Wilmersdorf
Verlegedatum
Februar 2020
Geboren
25. Oktober 1905 in Berlin
Deportation
am 12. Januar 1943 nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz
Biografie

Fritz Fabian kommt am 25. Oktober 1905 in Berlin als Sohn von Emma Fabian, geb. Lewin am 8. Mai 1870 in Krone an der Brahe (heute Koronowo) und Isidor Fabian geb. am 22. Mai 1865 in Schrotz (heute Skrzatusz) zur Welt. Fritz hat noch eine ältere Schwester namens Ilse, die am 5. November 1902 ebenfalls in Berlin geboren wurde. Die Familie lebte am Schleswiger Ufer 6a. 

1912 trifft die Familie ein schwerer Schicksalsschlag: Isidor stirbt mit 47 Jahren und Emma ist mit ihren beiden Kindern allein auf sich gestellt. Sie entschließt sich, die Unterstützung einer jüdischen Hilfeeinrichtung, des "Baruch Auerbach´schen Waisenhauses", in Anspruch zu nehmen. Dort können beide Kinder später auch einen Beruf erlernen: Fritz wird Handwerker, Ilse wird Sekretärin. Den Adressbüchern Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre ist zu entnehmen, dass Emma - mit und ohne ihre Familie - in der Motzstraße 38 (heute 82) gewohnt hat. Dort sind abwechselnd Emma, Ilse und Fritz Fabian als Bewohner verzeichnet. Michael Tennenbaum, Fritz’ Schwager, gab in den Entschädigungsakten an, dass seine Schwiegermutter dort eine vollständig möblierte 3,5 -Zimmer Wohnung bewohnt hat. 

Über Fritz ist aus den Entschädigungsakten nur zu erfahren, dass er vermutlich bis 1933 als Polsterer und Dekorateur tätig war und nach Verlust dieser Anstellungen keine weitere Arbeit mehr ausüben durfte. Die letzten drei Monate vor seiner Deportation bewohnt er in der Coubiérestraße 1 - einem sogenannten "Judenhaus" - ein möbliertes Zimmer. 
Seine Vermögenserklärung ist auf den 5. Januar 1943 datiert. In einem sogenannten Schätzungsblatt des Hauptgerichtsvollziehers, in dem das Inventar einer Wohnung aufgelistet und bewertet wird, heißt es: "Es ist nichts vorhanden. Die vorhandenen Sachen sollen dem Hauptmieter P., nach Angaben des Portiers, gehören". Die Schlüssel befinden sich bei dem Portier".

Fritz Fabian wird am 12. Januar 1943 mit dem 26. Osttransport nach Auschwitz deportiert. Zum 8. Mai 1945 (das offizielle Datum des Kriegsendes) wird er für tot erklärt.