- Location
- Alt-Tempelhof 15
- Historical name
- Dorfstraße 23
- District
- Tempelhof
- Stone was laid
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11 September 2025
- Born
- 07 July 1894 in Lubschmin (Posen) / Lucim
- Deportation
- on 31 August 1942 to Riga
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Murdered
- 08 September 1942 im Ghetto Riga
Hertha Berger kam am 7. Juli 1894 in Lubschmin/Bromberg (heute Lucim/Polen) als Tochter des Adolf Berger und seiner Frau Eva Sara geborene Katzki zur Welt. Ihr Bruder war der am 13. April 1890 geborene Max. Die Familie war strenggläubig und zog um 1918 nach Berlin. Hertha lernte Willi Wolf, einen Vertreter, kennen, der am 10. April 1873 in Mannheim geboren war. Bevor dieser Hertha heiraten konnte musste er zur jüdischen Konfession übertreten, von Hause aus war er katholisch. Die Ehe blieb kinderlos. Willi Wolf hatte mit der nichtjüdischen Else Putscher um 1925 einen nichtehelichen Sohn, Wolfgang Putscher. Seit 1926 lebten Hertha und Willi Wolf in Tempelhof, Dorfstraße 23 GH I (heute Alt Tempelhof Nr. 15) mit Telefon Südr. 1019. Im Adressbuch erschien Willi Wolf als Vertreter bzw. als Agent für Tabakerzeugnisse, sein Bruder Hermann hatte eine Tabakfabrik in Bayern, dort war Willi wohl Teilhaber und arbeitete zudem als Vertreter für diese Fabrik. Schon ihr Vater hatte Zigarren produziert. Willi Wolf war wirtschaftlich gut gestellt. Weil er zur jüdischen Konfession konvertiert war galt der nichteheliche Sohn Wolfgang zunächst auch als jüdisch. Am 11. Juni 1935 starb Willi Wolf im Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Berlin-Friedenau. Hertha wohnte zunächst weiter in der Dorfstraße 23, 1939 bei der Volkszählung lebte sie zwangsweise schon in der Neuen Bayreuther Straße. 5 (heute Welserstraße) als Untermieterin bei Marie Levy, vorne 1.OG , die auch die Eigentümerin des Hauses war. In dieses Haus wurden zahlreiche Jüdinnen und Juden zwangseingewiesen.
Im Januar 1941 starb ihr Vater Adolf Berger, er hatte damals mit seiner Frau in Tempelhof in der Ringbahnstraße 62 gelebt. Seine Witwe Eva zog daraufhin zu Hertha in die Neue Bayreuther Straße 5. Dort starb sie am 13. Dezember 1941 an einer Lungenentzündung. Am 28. August 1942 musste Hertha Wolf die Vermögenserklärung abgeben, sie gab an, als Aufwartung tätig gewesen zu sein. Ihr letzter Arbeitgeber war Emil Israel Stern in der Freisingerstraße 5 a v II. Sie zahlte 50 RM für ein Leerzimmer, das sie mit eigenen Möbeln ausgestattet hatte. Ihr gesamter Hausrat ergab später einen Erlös von 123,50 RM. In der Vermögenserklärung unterstrich Hertha Wolf die Tatsache, dass ihr verstorbener Ehemann Willi Arier war. Am 31. August 1942 (laut Statistik des Holocaust ) oder am 5. September 1942 ( laut Arolsen Archives und Gedenkbuch) wurde Hertha Wolf nach Riga deportiert, auf der Deportationsliste steht sie auf Bl. 42 mit der Nr. 637. Das Gedenkbuch gibt ihr Todesdatum mit dem 8. September 1942 an.
Nachkommen des Sohnes Wolfgang von Willi Wolf haben die Stolpersteinverlegung veranlasst.
Ihr Bruder Max (geboren am 13.April 1890 in Lubschmin/Bromberg, heute Lucim/Polen) hatte Hedwig Czarlinski geheiratet, die am 11. November 1889 in Wischin/Berent/Westpreußen geboren war. Sie hatten 5 Kinder: Wilhelm (6. Juli 1923 Marienburg), Helga (17. Februar 1925 Marienburg), Ursula (10. März 1927 Marienburg), Arno (22. November 1929 Berlin oder Breslau?) und Siegbert (03. Juli 1931 Berlin oder Marienburg). Die Familie lebte seit 1932 in Marienfelde, Schöneberger Straße 98 im Gartenhaus I in zwei Zimmern, Küche, Bad, Balkon, Keller und Hängeboden. Diese Straße wurde 1935 zwischen Attilastraße und Ringstraße in Gersdorfstraße umbenannt. Sie wohnten im selben Haus, nunmehr unter der Anschrift Gersdorfstraße 39. Bis 1937 firmierte Max Berger im Adressbuch als Kaufmann, danach als Verkäufer. Der älteste Sohn Wilhelm zog aus und lebte in Berlin NW 40, Wilsnackerstraße 3 in einem Jugendwohnheim. Die Töchter Ursel und Helga mussten Zwangsarbeit leisten in der Spinnstofffabrik Zehlendorf, Max Berger arbeitete für die Jüdische Gemeinde auf dem Friedhof. Der Sohn Wilhelm wurde am 28. März 1942 nach Trawniki deportiert und in Majdanek am 11. Juni 1942 ermordet. Max Berger wurde am 19. Oktober 1942 mit seiner Frau und den vier jüngeren Kindern nach Riga deportiert und dort am 22. Oktober 1942 ermordet. Die Verwertung des gesamten Vermögens der Familie ergab einen Betrag von knapp 200 RM.
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