- Location
- Oderstraße 9
- District
- Friedrichshain
- Stone was laid
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20 September 2013
- Born
- 08 September 1872 in Landeshut (Schlesien) / Kamienna Góra
- Deportation
- on 24 September 1942 to Theresienstadt
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Murdered
- 09 October 1942 in Theresienstadt
Elise Basch kam am 8. September 1872 in Landeshut in der preußischen Provinz Schlesien als Tochter des jüdischen Kaufmanns Simon Basch und dessen Ehefrau Helene, geb. Kempner, zur Welt. Die kleine Stadt Landeshut (polnisch Kamienna Góra) liegt ca. 90 km südwestlich von Breslau, in der Nähe der heutigen Grenze zu Tschechien. Da ihr Vater Reisender war, scheint die Familie häufig umgezogen zu sein: Elises Schwester Margarete wurde 1875 in Wildbad Gastein, südlich von Salzburg, geboren, ihr Bruder Hans kam um 1877 in Leipzig zur Welt. Dann ließ sich die Familie in Breslau nieder, wo 1881 die Schwester Martha geboren wurde. Über die Kindheit und Jugend von Elise Basch haben sich ansonsten keine Informationen erhalten.
Um 1895 übersiedelte die Familie von Breslau nach Berlin. Dort starb Elises Schwester Martha 1898 im Alter von nur 17 Jahren, ihr Bruder Hans 1900 mit 23 Jahren. Elise Basch heiratete im Alter von 41 Jahren am 22. September 1913 den Büroangestellten Oscar Ficius, geb. am 21. November 1857 in Berlin. Dieser war verwitwet, nichtjüdisch und hatte aus seiner ersten Ehe zwei erwachsene Kinder. Elise, die laut der Heiratsurkunde als „Aufsichtsdame“ beschäftigt war, lebte fortan mit ihrem Ehemann in einer Wohnung in der zweiten Etage des Vorderhauses der Oderstraße 9. Auch ihre verwitwete Mutter und ihre Schwester Margarete zogen dort ein.
Es haben sich keine Zeugnisse erhalten, die einen Einblick in das Leben von Elise Ficius in den letzten Jahren des Kaiserreichs und im Berlin der Weimarer Republik geben könnten.
Ihre Mutter Helene Basch starb 1916, die Schwester Margarete heiratete 1921 den Täschner Karl Schei, doch ihr Ehemann starb bereits 1925. Elises Ehemann Oscar Ficius verstarb am 20. Dezember 1929. 1931 zog die verwitwete Margarete Schei wieder zu ihrer Schwester in die Oderstraße 9.
Mit der schrittweisen Entrechtung und Verfolgung von Juden seit 1933 begannen auch Zwangsmaßnahmen gegen Elise Ficius und Margarete Schei. Darunter fielen zahlreiche Maßnahmen der Diskriminierung und sozialen Ausgrenzung, des Entzugs staatsbürgerlicher Rechte sowie der Verdrängung aus dem Berufs- und Wirtschaftsleben.
Aufgrund der „Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden“ konnten sie sich ab dem 19. September 1941 nur noch mit stigmatisierendem „Judenstern“ in der Öffentlichkeit bewegen. Zuletzt bewohnten die Schwestern nur noch ein Zimmer mit Kammer und Küche im Erdgeschoss des Seitenflügels der Oderstraße 9.
Der Entrechtung folgte die Deportation : Elise Ficius und Margarete Schei wurden am 24. September 1942 vom Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26 mit dem 66. Alterstransport nach Theresienstadt verschleppt. Die Lebensbedingungen im Ghetto überstand Elise Ficius kaum mehr als zwei Wochen: Sie kam am 9. Oktober 1942 im Alter von 70 Jahren ums Leben.
Ihre Schwester schaffte es, trotz der im Ghetto grassierenden Krankheiten, Unterernährung, ungewohnt schwerer körperlicher Arbeit, der schlechten Unterkunft sowie der trostlosen hygienischen Situation, bis zur Befreiung im Mai 1945 zu überleben. Margarete Schei kehrte nach Berlin zurück und verstarb am 24. Dezember 1950 in Berlin-Buch.
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