Werner Louis Blumenthal wurde 18. Oktober 1929 als Sohn von Dr. Curt Blumenthal und Margarethe Blumenthal (geb. Kohn) in Berlin geboren. Sein Vater, Curt Blumenthal, war Rechtsanwalt und Notar in Berlin-Steglitz. Die Familie wohnte in der Schloßstraße 107/108 in Berlin-Steglitz.
Werner Blumenthal wurde 1936 eingeschult.
Auch er war von den erheblichen Diskriminierungen jüdischer Schüler in der Zeit des Nationalsozialismus betroffen. Nach den Novemberpogromen 1938 wurde es jüdischen Schülern verboten, öffentliche Schulen zu besuchen. Nach einer Anordnung des Reichsministeriums für Wissenschaft und Erziehung vom 15. November 1938 könne es deutschen Lehrern nicht mehr zugemutet werden, jüdische Kinder zu unterrichten, noch könne von deutschen Kindern verlangt werden, mit jüdischen Kindern unterrichtet zu werden. Zeitweise besuchte Werner Blumenthal die Holdheimschule, die vom Bildungsverein der Jüdischen Reformgemeinde Berlin e.V. in der Nürnberger Straße 66 als Real-Gymnasium betrieben wurde. Am 30. Juni 1942 wurden alle jüdischen Schulen geschlossen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt durfte auch Werner Blumenthal keine Schule mehr besuchen.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten hatte sein Vater, Curt Blumenthal, ab 1933 ein Berufsverbot als Notar, ab 1938 durfte er auch nicht mehr als Rechtsanwalt arbeiten. Im Juni 1939 zog die Familie von der Schloßstraße 107/108 in eine sog. Zwangswohnung in der Mommsenstraße 22 in Berlin-Charlottenburg. Die Wohnung in der Schloßstraße war also der letzte frei gewählte Wohnsitz der Familie Blumenthal.
Am 17. Januar 1943 musste auch Werner Blumenthal wie seine Eltern eine Vermögenserklärungen abgeben. Die ausgefüllten Vermögenserklärungen mussten zusammen mit den Personaldokumenten, den Lebensmittelkarten sowie den Haustürschlüsseln in die Sammellager mitgebracht werden, in denen die Menschen vor ihrer Deportation in die Konzentrations- und Vernichtungslager zusammengepfercht waren. Die Familie Blumenthal kam in das Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26, wo vorher ein jüdisches Altersheim und die jüdische Moses-Mendelssohn-Schule untergebracht waren. In dem Sammellager wurden Werner Blumenthal und seinen Eltern die Verfügungen zum Einzug ihres jeweiligen Vermögens am 27. Januar 1943 übergeben.
Zwei Tage später, am 29. Januar 1943, wurde Werner Blumenthal im Alter von 13 Jahren zusammen mit seinen Eltern vom Güterbahnhof Berlin-Moabit aus mit dem 27. „Osttransport“ in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort umgebracht.
All texts and images on this website are protected by copyright and may not be used without the permission of the copyright holder.