Erich Esriel Friedemann wurde am 29. März 1904 in der elterlichen Wohnung Usedomer Str. 12 in Berlin Wedding geboren.
Seine Eltern waren Sophie Friedemann, geb. Zielinski, und der Kaufmann Max Samuel Friedemann.
Erich Esriel wurde seit seinem ersten Lebensjahr von seiner Tante Lina Friedemann aufgezogen. Die Familie lebte bis 1935 in der Ostender Str. 2 in Berlin Wedding.
Erich besuchte die Humboldt-Schule in Tegel und machte anschließend eine kaufmännische Lehre im Bankhaus Ascher, Unter den Linden 61.
Ein Zeugnis vom 30. Juni 1925 besagt, dass er dort zur vollsten Zufriedenheit in allen Abteilungen gearbeitet habe, dass er aber wegen der allgemein ungünstigen Wirtschaftslage entlassen werden musste.
In der Folge studierte Erich Esriel an der Handels-Hochschule Berlin.
Am 27. Juni 1935 heiratete er im Alter von 31 Jahren Ilse Paula Abraham, die am 9. September 1909 in Königs Wusterhausen zur Welt gekommen war.
Das Paar mietete zum 1. Juli 1935 eine Dreizimmerwohnung im 1. Stock des Vorderhauses Schönhauser Allee 62. Das Bad war mit einer Wanne ausgestattet und es gab eine Remise zum Abstellen eines Autos. Der Preis betrug 900 RM für das 1. Mietjahr. Laut Berliner Adressbüchern lebten die Friedemanns bis 1938 in der Wohnung.
Der zunehmend unerträgliche Antisemitismus zwang das Paar zur Flucht aus Deutschland.
Erich Esriel, seine Frau Ilse Paula und Paulas Mutter Hedwig nahmen am 28. Juli 1938 einen Flug von Berlin-Tempelhof nach Amsterdam.
Vorher mussten sie alle nötigen Papiere besorgen, unter anderem polizeiliche Führungszeugnisse.
Ihr zurückgelassenes Umzugsgut wurde später von den Behörden beschlagnahmt und versteigert. Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv liegt eine Liste mit 65 Posten vor, von Federbetten, Bekleidung und Küchenausstattung bis zur Hundeleine und Teppichen. Insgesamt 2.474 RM brachten diese privaten Gegenstände zugunsten des Deutschen Reichs ein. Die Zuschlagsempfänger sind namentlich genannt und kamen aus allen Stadtteilen Berlins.
Erich Esriel und Ilse Paula Friedemann wurden „ausgebürgert“, das heißt, ihnen wurde von den NS-Behörden die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen.
Das Ehepaar flüchtete per Schiff ab Rotterdam nach New York, wo sie am 28. April 1939 an Land gingen.
Die Familie zog nach Kalifornien. Im Jahr 1943 wurde ihre Tochter Yvonne Hedy in Kalifornien geboren.
Erich und Ilse nahmen die amerikanische Staatsbürgerschaft an und änderten ihren Namen in Eric Edward und Elsie Paula Fenton. Eric kehrte nie wieder nach Deutschland zurück. Er starb im Alter von 70 Jahren in Santa Monica.
Der erste Stein, den Gunter Demnig in Berlin verlegt hat, war für Lena Friedemann, die Tante von Erich Esriel Friedemann.
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