- Location
- Sybelstr. 67
- District
- Charlottenburg
- Stone was laid
-
11 April 2024
- Born
- 25 July 1871 in Wenzen
- Occupation
- Bankier
- Escape
- 1939 Südafrika
-
Survived
Gustav Sollinger wurde am 25. Juli 1871 in Wenzen bei Einbeck in Niedersachsen geboren. Seine Eltern waren Isaac und Emilie Sollinger, geb. Rothenberg. Gustav war der älteste Sohn und einzige Überlebende von zehn Geschwistern, von denen acht im Holocaust ermordet wurden.
Verheiratet war Gustav seit dem 15. Juli 1907 mit Charlotte, geb. Halm, genannt Lottie, die am 8. Juli 1884 in Berlin geboren wurde.
Sie hatten zwei Kinder: Edith, geboren am 3. Mai 1909, und Werner, geboren am 12. September 1910, beide in Berlin.
Edith und Werner gelang 1934 bzw. 1936 die Flucht nach Südafrika. Gustav und Lottie konnten ihnen 1939 nachfolgen.
Seit 1909 war Gustav Sollinger Miteigentümer des Bankhauses Sollinger, Wasserzug & Co. in der Charlottenstraße 56 in Berlin gewesen.
Zum Zeitpunkt ihrer Heirat im Jahr 1907 wohnten Gustav und Lottie in der Berchtesgadener Straße 33 in Berlin Schöneberg. Von 1929 bis 1931 in der Neuen Kantstraße 2 und ab dann in der Sybelstraße 67 in Charlottenburg. Im Juli 1938 wurde die Bank „arisiert“ und aus dem Handelsregister gelöscht. Sollingers Wertpapierbestand wurde mit der von ihm zu zahlenden Reichsfluchtsteuer und der ab November eingezogenen willkürlichen Judenvermögenssteuer verrechnet. Nachdem zumindest die Kosten für die Schiffspassage inklusive Transport der Möbel gedeckt waren, blieben dem Ehepaar Sollinger keinerlei finanzielle Mittel für einen Neuanfang in Südafrika.
Aber die Unterstützung ihrer Tochter Edith, die sich offenbar um die Einreiseerlaubnis, und alle damit verbundenen Kosten, für Südafrika gekümmert hatte, ermöglichte Gustav und Lottie die Flucht. Ein halbes Jahr, nachdem sie ihre Wohnung aufgeben mussten und zur Untermiete in einer Wohnung im Grunewald untergekommen waren, brachte sie am 16. März 1939 der Dampfer „Windhuk“ von Hamburg nach Kapstadt.
Sowohl Edith als auch Werner kümmerten sich nach ihrer Ankunft in Kapstadt um ihre finanziellen und gesundheitlichen Bedürfnisse. Sie wohnten zunächst bei ihrer Tochter. Später zogen sie in ein jüdisches Altersheim. Nachdem Edith 1945 mit ihrem späteren Ehemann nach England gegangen war, übernahm Werner die Verantwortung für die Betreuung seiner Eltern.
Lottie blieben nur noch wenige Jahre, sie starb am 15. März 1952. Gustav, der lange Zeit sehr krank und gebrechlich gewesen war, folgte ihr am 20. August 1964 im Alter von 93 Jahren.
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