- Verlegeort
- Audre-Lorde-Straße 40
- Historischer Name
- Manteuffelstraße 28
- Bezirk/Ortsteil
- Kreuzberg
- Verlegedatum
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31. August 2023
- Geboren
- 15. Oktober 1907 in Berlin
- Verhaftet
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von 23. März 1939 bis bis 14. Mai 1940 im Gefängnis Tegel
- Verhaftet
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von Oktober 1944 im Gefängnis Moatbit
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Tot
- 03. Januar 1945 im Gefängnis Moabit
Fritz Emil Erich Dubinsky kam am 15. Oktober 1907 in Berlin als Sohn von Erich Dubinsky und Hedwig Schultz zur Welt. Seine Eltern hatten an diesem Tag eigentlich ihren Heiratstermin beim Standesamt – die Eheschließung wurde acht Tage später nachgeholt. Fritz, der evangelisch getauft wurde, hatte noch drei Geschwister: Charlotte (geb. und gest. 1908), Charlotte (*1909) und Günther. Erich Dubinsky verdiente den Lebensunterhalt der Familie zunächst als Hausdiener, später als Fahrstuhlführer. Seine ersten Lebensjahre verbrachte Fritz in der Barnimstraße 2 in Friedrichshain, um 1912 zog die Familie nach Kreuzberg, wo sie an verschiedenen Adressen um den Lausitzer Platz lebten. Vermutlich trennten sich die Eltern Mitte der 1910er Jahre, da Hedwig Dubinsky seit dieser Zeit eigenständig in den Berliner Adressbüchern aufgeführt wird. Fritz blieb bei der Mutter. Seit etwa 1919 lebten sie in der Lausitzer Straße 40.
Fritz Dubinsky besuchte bis 1922 die 151. Gemeindeschule in der Reichenberger Straße 131-132. Mit 16 Jahren kam er, nach Auseinandersetzungen mit dem Lebensgefährten seiner Mutter, in Fürsorgeerziehung. Er war zunächst in der Erziehungsanstalt Lindenhof in Berlin-Lichtenberg, später im etwa 140 km östlich von Berlin gelegenen Erziehungsheim in Berlinchen (heute Barlinek in Polen) untergebracht. Mit 18 Jahren wurde er wegen guter Führung zu seiner Mutter entlassen, bei der er bis zum 21. Lebensjahr wohnte.
Fritz Dubinsky erlernte keinen Beruf, seinen Lebensunterhalt verdiente er mit Gelegenheitsarbeiten, u.a. als Laufbursche, Lagerarbeiter, Hausdiener oder Erntehelfer in der Landwirtschaft. Von 1931 bis 1937 war er arbeitslos, teilweise auch arbeitsunfähig, da er unter Rheumatismus sowie einer chronischen Kniegelenkentzündung litt. Seit Juni 1938 war er bei der Firma Telephon-Apparat-Fabrik E. Zwietusch & Co., die sich am Charlottenburger Salzufer 6-7 befand, als Lagerarbeiter beschäftigt. Er wohnte zu diesem Zeitpunkt in der Manteuffelstraße 28 (heute Audre-Lorde-Straße 40).
Bereits 1932 und 1935 waren gegen Fritz Dubinsky Verfahren wegen des Verstoßes gegen den §175, der Vornahme unzüchtiger Handlungen mit anderen Männern, anhängig gewesen, diese wurden jedoch mangels hinreichender Beweise eingestellt. Ende der 1930er Jahre wurde ihm die Liebe zu dem 17 Jahre jüngeren Karl Hoffmann allerdings zum Verhängnis: Fritz Dubinsky wurde festgenommen und befand sich seit dem 23. März 1939 in Untersuchungshaft. Am 14. Juli 1939 wurde er vom Landgericht Berlin wegen Sittlichkeitsverbrechens zu einer Strafe von einem Jahr Gefängnis unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft verurteilt, die er in Tegel verbüßte. Ein Gnadengesuch seiner Mutter, mit der Fritz eine enge Verbindung hatte, ihm einen Teil der Strafe zu erlassen, wurde abgelehnt.
Nach der Haftentlassung am 14. Mai 1940 zog Fritz Dubinsky zu seiner Mutter Hedwig Suckow in die Breslauer Straße 3a (die Straße existiert nicht mehr, sie befand sich unmittelbar westlich des heutigen Ostbahnhofs, damals Schlesischer Bahnhof). Er erhielt 1941 Arbeit bei der Uniformfabrik Cussel & Schroedter in Mitte.
Im selben Jahr wurden Fritz Dubinsky und Karl Hoffmann erneut vorgeladen und vernommen, weil sie verdächtigt wurden, ihr Verhältnis fortgesetzt zu haben. Die Kriminalpolizei konnte sie allerdings nicht der Tat überführen und das Verfahren wurde aus Mangel an Beweisen eingestellt. Seit 1942 war Fritz Dubinsky als Wachmann im Zwangsarbeiterlager Waldhaus in Berlin-Grunewald beschäftigt. Mit Karl Hoffmann, der inzwischen Wehrmachtssoldat in Russland war, stand er in engem brieflichen Kontakt.
Fritz Dubinsky hatte in der Breslauer Straße 23 eine eigene Wohnung, in der er sich auch weiterhin mit Männern traf. Am 26. Oktober 1944 wurde er wegen dieser „Unzuchtshandlungen“ erneut festgenommen und verhört. Nach einwöchiger Polizeihaft kam Fritz Dubinsky Anfang November in die Untersuchungshaftanstalt nach Moabit. Noch vor Prozessbeginn verstarb er am 3. Januar 1945 im Alter von 37 Jahren an einer Sepsis, die er sich im Anschluss an eine Kniegelenkentzündung zugezogen hatte.
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