Meta Cohn wurde am 16. Oktober 1881 in Reichenbach im damaligen Regierungsbezirk Königsberg, Ostpreußen (heute: Województwo Warmińsko-Mazurskie, Woiwodschaft Ermland-Masuren), geboren. Über ihre Vorfahren war ebensowenig herauszufinden wie darüber, wann genau sie nach Berlin kam. Sie war ledig und lebte mit ihrem Bruder Hugo zusammen in der Duisburger Straße 5 in „sehr guten Verhältnissen", wie den Akten zu entnehmen war. Beide besaßen u.a. Grundstücke, Wertpapiere und eine sehr wohlhabend eingerichtete Wohnung.
Im Januar 1939 starb Hugo und Meta war seine Alleinerbin. Sie musste eine hohe „Judenvermögensabgabe” zahlen und alle ihre Wertsachen wurden von den Nationalsozialisten ihrem Zugriff - wie üblich - entzogen. Auch ihre gesamte Wohnungseinrichtung wurde beschlagnahmt und später, nach Metas
Deportation
, von der
Gestapo
gewinnbringend versteigert.
Meta Cohn wurde am 1. Juli 1939 zusammen mit ihrer Schwester Selma Conitzer geb. Cohn und ihrer Nichte Herta Marcus zwangsweise aus der Duisburger Straße 5 aus- und in die Güntzelstraße 15 in ein sog. „Judenhaus” eingewiesen. Von dort aus wurde sie in das Sammellager Große Hamburger Straße 26, in Berlin-Mitte verbracht. Am 9. Dezember 1942 wurde sie mit dem sog. „24. Osttransport” - zusammen mit mit ihrer Nichte und weiteren ca. 1000 jüdischen Berlinerinnen und Berlinern - vom Güterbahnhof Moabit in das
Vernichtungslager
Auschwitz
deportiert und dort ermordet.
In der Duisburger Straße 5 lebten neben. Meta Cohn noch deren Schwester Selma Conitzer, geb. Cohn sowie Herta Marcus, eine Nichte von Metas. Zusätzlich zu den dreien waren in der Hausnummer 5 noch die Brüder Martin und Siegbert Conitzer, die mit Selma Conitzer verschwägert waren, gemeldet. Wir wissen nicht viel über das Leben der Familienangehörigen, zumal es z.T. lückenhafte oder widersprüchliche Angaben in den Entschädigungsakten gibt, weil die Aussagen verschiedener Erben in die Akten Eingang gefunden haben. Sicher ist aber, dass sie alle am 17. Mai 1939 (Tag der Volkszählung) in der Duisburger Straße 5, vermutlich sogar gemeinsam in der großen, schönen Wohnung von Meta Cohn gewohnt haben. Auch wissen wir, dass alle im Jahr 1942 in den Tod deportiert wurden, nach Auschwitz und in das Warschauer Ghetto , das ab 1942 nur eine Zwischenstation zu den Gaskammern der Vernichtungslager war.
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