Max Kunz

Verlegeort
Eisenacher Straße 85
Bezirk/Ortsteil
Schöneberg
Verlegedatum
25. Mai 2022
Geboren
03. April 1965 in Posen
Deportation
am 18. Oktober 1942 nach Łódź/Litzmannstadt
Später deportiert
1942 nach Chełmno/Kulmhof
Ermordet
11. Mai 1942 in Kulmhof/Chelmo
Biografie

Max Kunz wurde am 3. April 1865 in Posen geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist nicht viel bekannt. Er wurde ein erfolgreicher Kaufmann und lernte Blanche Meister kennen, die er am 15. Juli 1894 heiratete. Max und Blanche lebten in guten Verhältnissen in Danzig und bekamen drei Kinder: Alice (geb. 1896), Erich Simon (geb. 1899) und Margot (geb. 1900). Nachdem Max sich zur Ruhe setzte und sein Geschäft verkauft hatte, zogen sie in eine schöne Villa in Zopott. Sie lebten von Ersparnissen und Einnahmen aus Vermietungen von Grundstücken. Als die antijüdischen Maßnahmen mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten immer schlimmer wurden, musste Max sein Haus in Danzig unter Wert verkaufen. 1940 mussten sie auch ihre Villa in Zopott verlassen. Sie zogen nach Berlin in die Eisenacher Str. 85 in Schöneberg. Am 18. Oktober 1941 wurden sie in das 520 km entfernte Litzmannstadt deportiert, zusammen mit mehr als 1000, meist älteren Menschen. Sie wurden in das "Altersheim" Kreuzstr. 2a eingewiesen und waren entsetzlichen Lebensbedingungen ausgesetzt. Am 10. Mai 1942 wurden sie von dort nach Kulmhof/Chelmo deportiert und ermordet. 

Blanche wurde 69 Jahre, ihre Ehemann 77 Jahre alt. 

Ihre Kinder konnten den Holocaust überleben: Alice konnte mit ihrem Ehemann Max 1938 nach England flüchten. Erich Simon und Margot entkam 1940 nach Palästina.