Recha Lewinski/Lewinsky wurde am 22. 03.1865 in Pielburg, Kreis Neustettin in Pommern (heute Piława, Polen) geboren. Sie war die Tochter des Kaufmanns Leiser Lewinsky und dessen Ehefrau Johanna, geborene Lewin.
Am 13.11.1888 heiratete Recha auf dem Standesamt Bärbaum den in Kolberg wohnenden Glasermeister Samuel David. In den folgenden Jahren lebten sie weiter in Pommern und bekamen vier Kinder: Irene (*10.11.1889 in Lubow), Julius (*21.12.1891 in Dummerfitz), Leopold (*27.04.1895 in Krössin), Max (13.09.1898 - 07.12.1898 in Bärwalde).
Zwischen 1899 und 1907 zog die Familie David mit ihren drei Kindern nach Berlin.
1908 ist Samuel David zum ersten Mal im Berliner Adressbuch unter der Anschrift Manteuffelstr. 94 in Berlin-Kreuzberg verzeichnet.
Aus der familiären Überlieferung ist bekannt, dass die Tochter Irene David 1912 nach England auswanderte und dort Isaac Jacobs heiratete. Ihre Tochter Linda ließ sie in der Obhut der Großmutter Recha, die zu diesem Zeitpunkt in der Dragonerstr. 27 in Berlin-Mitte wohnte und als Köchin arbeitete. Im August 1913 wurde die Ehe von Recha und Samuel David vor dem Landgericht Köslin in Pommern geschieden.
Die geschiedene Recha wird von 1917 bis 1920 im Berliner Adressbuch mit der Anschrift Berlin-Prenzlauer Berg, Finnländische Str. 12 und als Witwe genannt. Möglicherweise war es für sie aufgrund des konservativen Klimas in Deutschland einfacher, als Witwe angesehen zu werden, als sich als geschiedene Frau behaupten zu müssen.
Im Juli 1922 heiratete Recha den Arbeiter Johannes Witt und änderte damit ihren Familiennamen. Sie wohnten weiter in der Finnländischen Str. 12. Vermutlich lebte auch die Enkeltochter Linda bei ihnen. Am 31.07.1928 verstarb Johannes Witt im Jüdischen Krankenhaus in Berlin-Wedding. Recha Witt wohnte noch bis mindestens 1937 in der Finnländischen Str. 12. Spätestens im Frühjahr 1939 zog sie dann in die Schivelbeiner Str. 13 in Berlin-Prenzlauer Berg. Um 1940 muss die 75-jährige Recha ins Jüdische Altersheim in die Große Hamburger Str. 26 in Berlin-Mitte umgezogen sein.
Am 04.06.1942 wurde Recha Witt von dort, wie alle weiteren Bewohnerinnen und Bewohner, mit dem „2. Alterstransport“ ins KZ Theresienstadt deportiert. Ihr Tod wurde dort am 30.11.1942 dokumentiert.
Am 27.08.2021 wurde für Recha Witt, geb. Lewinsky, geschiedene David, ein Stolperstein verlegt.
Über das Schicksal der Kinder von Recha Witt Irene, Julius und Leopold ist nichts weiter bekannt.
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