Ernst Hugo Paul Rosenthal wurde am 16. Mai 1871 in Görlitz geboren. Seine Eltern waren Samuel und Emilie Rosenthal.
Die Eheschließung von Dr. med. Ernst Rosenthal und Henriette Bonwitt (*02.01.1876, Berlin) fand am 23. August 1897 statt. Ernst Rosenthal war Zahnarzt und Henriette Künstlerin. Sie bekamen zwei Töchter: Emilie Ellen (*19. September 1898) und Käte Annemarie (*10. August 1903).
Die Familie wohnte bis 1938 in der Woyrschstraße 49 (heute Genthiner Straße 28), in einer mit wertvollen Möbeln und Kunstgegenständen ausgestatteten Fünfzimmerwohnung. Die Woyrschstraße 49 sollte die letzte freiwillige Adresse der Rosenthals werden.
Seit der Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Frühjahr 1933 spitzte sich die Situation für Jüdinnen und Juden in Deutschland stetig zu. Berufsverbote und Entrechtungen brachten vielen Familien und Einzelpersonen den existenziellen Ruin, noch bevor die physischen Verfolgungen losbrachen. 1938 mussten die Rosenthals ihre geräumige Wohnung zwangsweise aufgeben. Ernst und Henriette zogen darauf in die Brandenburgische Straße 21 in Wilmersdorf.
Dort verstarb Ernst Rosenthal am 15. April 1938. Dass sein Tod eine Folge der Demütigungen und Entrechtungen war, die der 66-Jährige spätestens seit 1933 über sich und seine Familie hatte ergehen lassen müssen, ist nicht auszuschließen.
Die Tochter Käte heiratete den Kaufmann Fred R. Leyser und emigrierte noch 1938 mit ihm in die USA. Emilie Ellen vermählte sich mit dem Rechtsanwalt Dr. Fritz Arnheim. Ihr gemeinsamer Sohn Ulrich wurde am 2. November 1927 geboren.
Aus der Brandenburgischen Straße wurde Henriette Rosenthal später in die Kaiser Allee 21 zwangsverlegt, wo sie zur Untermiete wohnen musste. Von dort wurde sie am 3. April 1942 mit dem sogenannten „XII. Transport“ nach Warschau deportiert.
Emilie Ellen, ihr Mann Fred und ihr Sohn Ulrich W. Arnheim wurden am 10. August 1942 mit dem sogenannten „40. Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert. Nur Ulrich überlebte, verblieb bis Ende 1949 in Ulm und emigrierte dann mit seiner Ehefrau in die USA. Später lebte er in New York.
In den 1950er und 1960er Jahren führte die Tochter Käte Leyser von Ohio aus verschiedene Restitutionsprozesse mit den Berliner Behörden, u.a. wegen der Zwangsablieferungen und Beschlagnahmungen von Wertgegenständen aus Familienbesitz.
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