Erna Wolff

Verlegeort
Heimstraße 23
Bezirk/Ortsteil
Kreuzberg
Verlegedatum
22. März 2014
Geboren
01. Juli 1884 in Körlin (Pommern) / Karlino
Deportation
am 14. Dezember 1942 nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz
Biografie

Erna Wolff kam am 1. Juli 1884 in Körlin in der preußischen Provinz Pommern als Tochter des jüdischen Kaufmanns Moritz Wolff und dessen Ehefrau Doris, geb. Salomon, zur Welt. Sie hatte mindestens noch vier Geschwister, die ebenfalls in der 110 km nordöstlich von Stettin gelegenen kleinen Stadt Körlin (polnisch Karlino) geboren wurden: Richard (*1878), Alfred (1881–1881), Erich (*1886) und Felix (*1887). Über Erna Wolffs Kindheit und Jugend haben sich ansonsten keine Informationen erhalten. 

Die Familie übersiedelte wahrscheinlich um die Jahrhundertwende in die Reichshauptstadt: Moritz Wolff ist in den Berliner Adressbüchern das erste Mal 1901 in der Belle-Alliance-Straße 29 (heute Mehringdamm) verzeichnet. Ernas Vater muss kurz danach verstorben sein, denn ab 1902 wird ihre Mutter als Haushaltsvorstand und Witwe aufgeführt. Die Familie lebte in den folgenden Jahrzehnten an verschiedenen Adressen im sogenannten Bergmannkiez. Die Wolffs müssen relativ wohlhabend gewesen sein: Ernas Bruder Felix konnte Zahnmedizin studieren und betrieb ab 1910 eine Praxis in der ersten Etage des Hauses Zossener Straße 22, wo Doris, Erna, Erich und Felix Wolff auch wohnten.

Es haben sich keine Zeugnisse erhalten, die einen Einblick in das Leben von Erna Wolff, die unverheiratet blieb, in den letzten Jahren des Kaiserreichs und im Berlin der Weimarer Republik geben könnten. Ihre jüngeren Brüder, die ebenfalls beide ledig waren, starben früh: der Zahnarzt Felix Wolff im Februar 1920 im Alter von nur 32 Jahren, der Kaufmann Erich Wolff im Oktober 1921 mit 35 Jahren. Ihr älterer Bruder Richard verstarb im September 1932.

Erna und ihre Mutter lebten bis etwa 1927 in der Zossener Straße 22, dann zogen sie vermutlich in die Gneisenaustraße 25. Laut Berliner Adressbuch wohnten sie ab 1935 in der Heimstraße 23. Dort verstarb Doris Wolff am 1. April 1939. Im November desselben Jahres musste Erna ein Zimmer zur Untermiete in der Marburger Straße 5 in Charlottenburg, in einem sogenannten „Judenhaus“, beziehen.

Aufgrund der „Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden“ konnte sie sich ab dem 19. September 1941 nur noch mit stigmatisierendem „Judenstern“ in der Öffentlichkeit bewegen.

Der Entrechtung folgte die Deportation : Erna Wolff wurde am 14. Dezember 1942 vom Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26 mit dem 25. Osttransport nach Auschwitz deportiert und ermordet.