Ella Schwerin

Verlegeort
Landshuter Straße 35
Bezirk/Ortsteil
Schöneberg
Verlegedatum
14. Juli 2025
Geboren
30. August 1881 in Berlin
Beruf
Schneiderin
Deportation
am 14. Dezember 1942 nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz
Biografie

Ella Schwerin kam am 30. August 1881 in Berlin als Tochter des Kaufmanns Siegfried Schwerin und seiner Frau Ida geborene Lagowitz zur Welt. Sie hatte zwei ältere Brüder: den am 31. Januar 1876 geborenen Richard Seelig und den am 28. Dezember 1879 geborenen Alfred. Sie blieb ledig und wurde Schneiderin und Zuschneiderin. 1933 wohnte sie in der Landshuter Straße 35 bei Rosenberg. Im Lauf der Jahre wurde das Haus zum Judenhaus bestimmt, bei der Volkszählung am 17. Mai 1939 lebten außer Ella 66 Jüdinnen und Juden in dem Haus. Ella musste 1940 im selben Haus in eine andere Wohnung ziehen und zwar ins Gartenhaus parterre in ein Leerzimmer bei Croner. Der monatliche Mietzins hierfür betrug 32,00 RM. Am 8. Dezember 1942 musste Ella Schwerin die sogenannte Vermögenserklärung ausfüllen, d.h. ihre Deportation stand kurz bevor. Sie wurde vermutlich wegen ihres Alters nicht zur Zwangsarbeit herangezogen; im Fragebogen der Vermögenserklärung wird die Frage nach der letzten Beschäftigung durchgestrichen. Zu diesem Zeitpunkt besaß sie nur etwas Kleidung und Wäsche, ferner ein Bett, einen Nachttisch, zwei Stühle, einen Sessel, einen Teppich, einen Bettvorleger, zwei Gardinen, einen kleinen und einen großen Tisch. Sie bezog eine monatliche Rente von der Angestelltenversicherung in Höhe von 78,20 RM. Die Verfügung, durch die ihr gesamtes Vermögen eingezogen wurde, wurde ihr am 13. Dezember 1942 schon in der Sammelstelle Große Hamburger Straße 26 zugestellt.

Am 14. Dezember 1942 wurde Ella Schwerin mit dem 25. Osttransport vom Bahnhof Moabit aus in das KZ Auschwitz deportiert, auf der Deportationsliste trägt sie die laufende Nummer 28. Der Transport umfasste 811 Personen. Der Zeitpunkt der Ankunft des Transports ist unbekannt, ebenfalls der Zeitpunkt des Todes von Ella Schwerin.

Am 1. Februar 1943 wurde ihr verbliebener Hausrat geschätzt, die Schätzung war erfolglos, so dass eine Räumung unterblieb. Der Schlüssel zur Wohnung wurde dem Hauswart Herzog übergeben.