Dr. Viktor Goldfeld

Verlegeort
Münchener Straße 42
Bezirk/Ortsteil
Schöneberg
Verlegedatum
21. Oktober 2022
Geboren
01. Dezember 1861 in Oppeln (Schlesien) / Opole
Beruf
Arzt
Deportation
am 14. September 1942 nach Theresienstadt
Ermordet
23. September 1942
Biografie

Viktor Goldfeld wurde am 1. Dezember 1861 in Oppeln/Oberschlesien geboren. Seine Eltern waren Ernestine Goldfeld und der Kaufmann Adolf Goldfeld.
Viktor machte etwa 1880 Abitur und studierte dann Medizin. Seine Approbation erfolgte 1886 zum Doktor der Medizin. Später wurde ihm der Ehrentitel ,Sanitätsrat ‘ verliehen. Dieser Titel wurde in Preußen immer erst nach 20-jähriger Praxisausübung verliehen. Am 12. Februar 1891 heirateten Viktor und Henriette, geb. Russ, in Berlin.  Trauzeugen waren der Fabrikbesitzer Heinrich Russ - der Vater von Henriette - und Isaak Nürnberg. Viktor praktizierte 1891 noch als praktischer Arzt in Breslau in der Schwertstr. 8a. 
Vermutlich 189 zog die Familie nach Berlin. 1895 findet sich im Berliner Adressbuch ein Eintrag seiner Arztpraxis in der Grunewaldstraße 106. Viktor und Henriette bekamen 4 Söhne. Der erstgeborene Sohn Leopold Friedrich wurde 1892 noch in Breslau geboren. Er starb während des 1. Weltkriegs 1915 in einem Lazarett in Lübeck. Der zweite Sohn Walter Michael wurde 1893 ebenfalls in Breslau geboren.
Der dritte Sohn Erich Siegfried wurde im Mai 1894 bereits in der Schöneberger Grunewaldstraße 106 geboren, ebenso der jüngste Sohn Herbert im September 1896.
Den Entschädigungsakten ist zu entnehmen, dass Viktor Goldfeld eine sehr gut gehende Arztpraxis führte und seinen Söhnen eine gute Erziehung und Ausbildung ermöglichte.
In den folgenden Jahren wechselte Viktor Goldfeld mehrfach Wohnung und Arztpraxis: In die Eisenacher Straße 32, 1934 in die Münchener Straße 42. Am 31.3.1937 wurde ihm die Approbation entzogen. Die folgenden Jahre waren von Ausgrenzung und Entrechtung geprägt. Die Söhne und deren Familien emigrierten 1938/39 nach Australien. 

Am 14. September 1942 wurde er, gemeinsam mit seiner Frau Henriette und  998 weiteren jüdischen Menschen im sogenannten 2. großen Alterstransport ab dem Güterbahnhof Moabit nach Theresienstadt deportiert. Viktor Goldfeld starb dort bereits nach 8 Tagen, am 23. September 1942, laut Todesfallanzeige um 0.30 Uhr an „Enteritis", also an den Folgen unhaltbarer hygienischer Bedingungen.
Viktor Goldfeld wurde 81 Jahre alt.