- Verlegeort
- Reichenberger Straße 71
- Bezirk/Ortsteil
- Kreuzberg
- Verlegedatum
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29. Oktober 2025
- Geboren
- 21. Februar 1867 in Körlin (Pommern) / Karlino
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Flucht in den Tod
- 01. Oktober 1942 in Berlin
Elisabeth Fränkel kam am 21. Februar 1867 in Körlin in der preußischen Provinz Pommern als Tochter des jüdischen Kaufmanns Isidor Fränkel und dessen Ehefrau Emma, geb. Senf, zur Welt. Sie hatte mindestens noch vier Geschwister, die ebenfalls in der 110 km nordöstlich von Stettin gelegenen kleinen Stadt Körlin (polnisch Karlino) geboren wurden: Selma (*1861), Arthur (*1862), Martha (*1864) und Hedwig (*1865).
Nachdem ihr Vater Ende des 19. Jahrhunderts verstorben war, übersiedelte die Familie zu einem unbekannten Zeitpunkt in die Reichshauptstadt.
Elisabeths Bruder Arthur hatte Medizin studiert und betrieb seit etwa 1904 eine Praxis in der Reichenberger Straße 57, wo die Familie auch wohnte. Im Mai 1906 verstarb dort ihre Mutter Emma Fränkel.
Um 1909 verlegte Dr. Arthur Fränkel seine Praxis und Wohnung in den ersten Stock des Hauses Reichenberger Straße 71. Vermutlich führte seine Schwester Elisabeth ihm den Haushalt, da er ledig war. Auch Elisabeth Fränkel blieb zeitlebens unverheiratet. Nach dem Tod ihres Bruders im Dezember 1917 erbte sie die gesamte, zum Teil aus wertvollen alten Möbeln, Ölgemälden und Antiquitäten bestehende 7-Zimmer-Wohnung.
Laut Berliner Adressbuch war Elisabeth Fränkel in den 1920er Jahren als Schneiderin tätig. Wahrscheinlich hatte sie engen Kontakt zu ihrer verwitweten Schwester Martha, die nur wenige Häuser weiter in der Reichenberger Straße 79-80 wohnte.
Mit der schrittweisen Entrechtung und Verfolgung von Juden seit 1933 begannen auch Zwangsmaßnahmen gegen Elisabeth Fränkel. Darunter fielen zahlreiche Maßnahmen der Diskriminierung und sozialen Ausgrenzung, des Entzugs staatsbürgerlicher Rechte sowie der Verdrängung aus dem Berufs- und Wirtschaftsleben.
1937 bezogen Elisabeths Schwester Martha Huffmann und deren jüngste Tochter Julie ein Zimmer in ihrer Wohnung in der Reichenberger Straße 71. Es ist anzunehmen, dass sie noch weitere jüdische Untermieter aufnehmen musste.
Aufgrund der „Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden“ konnten sie sich ab dem 19. September 1941 nur noch mit stigmatisierendem „Judenstern“ in der Öffentlichkeit bewegen.
Elisabeth Fränkel verstarb am 1. Oktober 1942 im Jüdischen Krankenhaus Berlin: Sie hatte, vermutlich um sich der drohenden Deportation zu entziehen, mit einer Überdosis Schlafmittel Selbstmord begangen.
Ihre Nichte Julie Huffmann wurde am 26. Oktober 1942 mit dem 22. Osttransport nach Riga deportiert, wo sie gleich nach der Ankunft am 29. Oktober 1942 ermordet wurde.
Elisabeths Schwester Martha Huffmann lebte zuletzt im Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde in der Iranischen Straße 2, wo sie am 4. November 1942 an Altersschwäche verstarb.
Die Schwester Hedwig Ahrens überlebte die Shoah, weil sie mit einem sogenannten „Arier“ verheiratet war. Sie starb 1951 in Berlin.
Das Schicksal der Schwester Selma, verwitwete Loewenstein, ist unbekannt.
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