Kurt Lewin

Verlegeort
Weichselstraße 27
Bezirk/Ortsteil
Friedrichshain
Verlegedatum
24. September 2025
Geboren
04. April 1885 in Labes (Pommern) / Łobez
Deportation
am 26. Februar 1943 nach Auschwitz
Ermordet
Biografie

Kurt Lewin kam am 4. April 1885 in Labes in der preußischen Provinz Pommern als Sohn des jüdischen Kaufmanns Julius Lewin und dessen Ehefrau Ida, geb. Borchardt, zur Welt. Die kleine Stadt Labes (polnisch Łobez) liegt etwa 75 km östlich von Stettin. Kurt hatte mindestens noch fünf Geschwister: Paula (*1882), Martha (*1884), Else (*1887), Gertrud (*1889) und Hugo (*1895). Über seine Kindheit und Jugend haben sich ansonsten keine Informationen erhalten.

Er erlernte den Beruf des Kaufmanns und zog zu einem unbekannten Zeitpunkt in die Kleinstadt Jacobshagen (polnisch Dobrzany), die sich etwa 40 km südlich von Labes befindet.

Am 10. Mai 1910 heiratete Kurt Lewin in der Kleinstadt Polzin Ella Eisenstaedt, geb. am 16. Dezember 1884 in Groß-Poplow (Pommern), die ebenfalls einer jüdischen Familie entstammte. Das Ehepaar übersiedelte nach Berlin und wohnte seit etwa 1916 in der ersten Etage des Hauses Weichselstraße 27. Über das Leben von Kurt und Ella Lewin in den letzten Jahren des Kaiserreichs und im Berlin der Weimarer Republik haben sich keine Zeugnisse erhalten.

Mit der schrittweisen Entrechtung und Verfolgung von Juden seit 1933 begannen auch Zwangsmaßnahmen gegen das Ehepaar Lewin. Darunter fielen zahlreiche Maßnahmen der Diskriminierung und sozialen Ausgrenzung, des Entzugs staatsbürgerlicher Rechte sowie der Verdrängung aus dem Berufs- und Wirtschaftsleben. 

Aus ihrer langjährigen Wohnung in der Weichselstraße 27 mussten sie ausziehen, seit 1941 lebten sie in der Langen Straße 2 – in einem Haus mit jüdischer Eigentümerin. Kurt Lewin musste Zwangsarbeit in einem Bautrupp bei der Deutschen Reichsbahn leisten.

Kurt und Ella Lewin wurden aus dem Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26 am 26. Februar 1943 mit dem 30. Osttransport nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Kurts Bruder Hugo war bereits am 13. Januar 1942 mit dem 8. Osttransport von Berlin in das Ghetto Riga verschleppt worden, wo sich seine Spur verliert. Seine Schwester Else Lewin wurde am 2. März 1943 mit dem 32. Osttransport nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Kurts Schwester Martha hatte 1914 den Nicht-Juden Walter Fuchs geheiratet und überlebte aufgrund dieser „Mischehe“ die Shoa. Das Schicksal von Paula und Gertrud Lewin ist unbekannt.