Rosita Juliusburger geb. Cohn

Verlegeort
Winsstr. 12
Bezirk/Ortsteil
Prenzlauer Berg
Verlegedatum
02. Juni 2021
Geboren
25. Oktober 1898 in Bromberg-Schleusenau (Westpreußen) / Okole
Deportation
am 29. November 1942 von Berlin nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz
Biografie

Rosita Cohn (genannt Lotte) wurde am 25. Oktober 1898 in Bromberg-Schleusenau im heutigen Polen geboren.

Sie war das einzige Kind des jüdischen Ehepaares Caspar und Adele Cohn, geb. Leß (*1871). Das Paar hatte 1893 geheiratet. DIe Familie zog um 1900 in die Reichshauptstadt Berlin.

Den Mützenmacher Caspar Cohn finden wir erstmals im Berliner Adressbuch des Jahres 1901 mit der Anschrift Lothringerstr. 60 III (heutige Torstaße). Ab dem folgenden Jahr wohnte die Familie in der Neuen Königstraße 24. Dort betrieb Caspar ab 1905 eine Mützenfabrikation. Nach mehreren Umzügen in den folgenden 15 Jahren innerhalb von Prenzlauer Berg, finden wir die Familie Cohn ab 1921 mit ihrer Mützenfabrik in der Winsstraße 62.

Rosita besuchte vermutlich zwischen 1905 und 1913 die Volksschule. Möglicherweise hat sie danach in der Mützenfabrik ihres Vaters mitgearbeitet. Genaues ist nicht bekannt.

1921 heiratete sie den Buchhalter Felix Juliusburger. Im Juni 1923 wurde ihr gemeinsamer Sohn Horst geboren.

Die junge Familie wohnte, vermutlich bei Rositas Eltern, ebenfalls in der Winsstraße 62.

Erst ab 1931 ist Felix Juliusburger im Berliner Adressbuch als Haushaltsvorstand in der Grellstraße 50 eingetragen. 1935 und 1936 lebte die Familie Juliusburger in der Rastenburger Straße (heute Bernhard-Lichtenberg-Straße) und ab Ende 1936 wieder in der Winsstraße, nun in der Hausnummer 12.

Nachdem Rositas Vater Caspar im August 1937 im Krankenhaus Friedrichshain verstorben war, lebte ihre Mutter Adele in den nächsten zwei Jahren weiter in der Marienburger Straße 38. Dorthin waren sie und Caspar 1932 gezogen. Noch im Adressbuch von 1939 ist dies ihre Anschrift.

Im Mai 1939, zum Zeitpunkt der Volkszählung im Deutschen Reich, lebte Adele bereits bei Tochter, Schwiegersohn und Enkel in der Winsstraße 12. Im Oktober des Jahres verstarb die 68-Jährige im Jüdischen Krankenhaus Wedding.

Rosita wurde am 29.11.1942 gemeinsam mit ihrem Ehemann Felix Juliusburger mit dem „23. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Auch der Name ihres 19-jährigen Sohnes Horst (von Beruf Schlosser) steht auf dieser Transportliste. Allerdings wurde Horst vorerst vor der Deportation bewahrt, wie die Streichung seines Namens auf der Liste zeigt.

Zwei Monate später wurde auch Horst in den Tod geschickt. Er wurde mit dem „27. Osttransport“ am 29.01.1943 ebenfalls in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz transportiert und offensichtlich zunächst als „arbeitstauglich“ registriert. Bereits am 11.02.1943 dokumentierte die Lagerverwaltung jedoch seinen Tod.