Klara Fleischhacker und ihre Zwillingsschwester Jenny wurden am 27. Mai 1903 im Jüdischen Krankenhaus in Wedding geboren. Sie waren die Töchter des Händlers Isidor Fleischhacker und dessen Ehefrau Henriette, geb. Brandt.
Im November 1904 wurde die Schwester Charlotte geboren. Aus deren Geburtsurkunde wissen wir, dass die Familie damals in der Kastanienallee 24 wohnte.
Die 17-jährige Klara Fleischhacker heiratete im August 1920 den Kaufmann Otto Hermerschmidt. Bereits am 6. Juni 1920 war Klaras Sohn Hans zur Welt gekommen.
Am 7. September 1932 kam die Tochter Helga zur Welt. Die Ehe von Klara und Otto Hermerschmidt wurde im Februar 1934 geschieden. Vermutlich in diesem Jahr beendete Hans die Schule und begann eine Lehre als Ofensetzer.
In den Folgejahren zog Klara mit den beiden Kindern Hans und Helga zu ihren Eltern in die Zehdenicker Straße 5. Diese Anschrift ist als Wohnort der Familie zur Einschulung von Helga zu Ostern 1939 in deren Schulkartei vermerkt. Helga wurde in die Jüdische Mädchenschule in der Auguststraße in Berlin-Mitte eingeschult. Eine staatliche Schule durfte sie als jüdisches Kind entsprechend der NS-Gesetzgebung seit Ende 1938 nicht mehr besuchen. Im Juni 1942 wurden dann alle jüdischen Schulen geschlossen. Helga hatte gerade die 3. Klasse absolviert.
Mutter Klara und Bruder Hans waren sehr wahrscheinlich zu Zwangsarbeit verpflichtet, da ab März 1938 alle als „arbeitsfähig“ deklarierten Jüdinnen und Juden zum Arbeitseinsatz herangezogen werden konnten.
Am 12. März 1943 wurden Klara Hermerschmidt und ihre Tochter Helga mit dem „36. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ihre genauen Todesdaten sind nicht dokumentiert.
Hans überlebte Zwangsarbeit und Inhaftierung im KZ Buchenwald . Nach der Befreiung lebte er unter dem Familiennamen Hermerschmidt bis 1956 in Weimar. Danach verzog er vermutlich in die Bundesrepublik.
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