- Verlegeort
- Aßmannshauser Straße 10 a
- Bezirk/Ortsteil
- Wilmersdorf
- Verlegedatum
-
19. September 2024
- Geboren
- 12. April 1915 in
- Beruf
- Auslandskorrespondentin
- Flucht
- 1937 Holland
- Interniert
-
von 15. Juli 1942 bis bis 16. Juli 1942 in Westerbork
- Deportation
- am 16. Juli 1942 nach Auschwitz
-
Ermordet
- 1942 in Auschwitz
Irmgard Viktoria Louise Salomon wurde am 12. April 1915 in Berlin geboren. Ihre Eltern waren der Kaufmann und Fabrikant Alfred Michaelis Salomon (1878-1945) und Martha Marie Salomon geb. Abrahamowsky (1886–1971). Ihr Bruder Horst Dietrich Salomon wurde am 18. Februar 1917 ebenfalls in Berlin geboren.
Über die ersten 18 Lebensjahre von Irmgard Viktoria Louise Salomon liegen keinerlei Informationen vor.
Von 1933 bis 1935 arbeitete Irmgard Salomon im väterlichen Unternehmen Salomon & Kaminsky als Auslandskorrespondentin. Im Zuge der nationalsozialistischen „Arisierungen“ wurde die Firma im Dezember 1935 liquidiert. Das führte dazu, dass Irmgard Salomon entlassen wurde.
Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam es zu einem langwierigen Entschädigungsverfahren, bei dem Zweifel an der Anstellung Irmgards in der väterlichen Firma ausgeräumt werden mussten. Die Anstellung bestätigte Käthe Nastri, verw. Bernhardt, geb. Abrahamowsky, eine Schwester der Mutter Martha Salomon, im Jahr 1966 in einer eidesstattlichen Versicherung vor dem Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Turin. Auch ein angeheirateter Neffe von Martha Salomon, Walter Ludnowski, bestätigte die Anstellung Irmgards bei Salomon & Kaminsky. Beide Erklärungen genügten nicht, das Entschädigungsamt fragte im Februar 1968 bei dem ehemaligen Geschäftspartner von Alfred Salomon, Walter Kaminsky, an, ob er die getätigten Aussagen bestätigen könne. Im Mai 1968, die mittlerweile zwei Anfragen des Entschädigungsamtes hatten den nun in Südafrika lebenden Walter Kaminksy inzwischen erreicht, konnte jener die Nachfragen des Amtes nicht bestätigen, da er vor 1933 bereits nicht mehr in Deutschland gelebt hatte.
Nachdem Irmgard Salomon entlassen worden war, „hat die Verfolgte ihren Lebensunterhalt bis zu ihrer Auswanderung dahin bestritten, daß sie diese Zeit als Kindererzieherin im Hause des Rechtsanwalts Dr. Heidemann tätig war. Für diese Tätigkeit erhielt sie ein erheblich geringeres Gehalt neben freier Wohnung und Verpflegung“, wie der Anwalt der Mutter dem Entschädigungsamt mitteilte.
Irmgard Salomon lebte zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder Horst Dietrich nach der Flucht 1937 in Amsterdam in der Amstelkade 127/I und arbeitete an einem nicht näher bekannten Ort als Sekretärin. Irmgard Salomon war ledig, möglicherweise aber mit Bruno Kirstein, geboren ca. 1901 in Arnswalde (Choszczno, Polen), liiert, über den bisher keine weiteren Informationen vorliegen.
Gemeinsam mit ihrem Bruder Horst Dietrich wurde Irmgard Salomon am Mittwoch, den 15. Juli 1942, im Sammellager Westerbork interniert und am Folgetag, dem 16. Juli 1942, von dort zusammen mit 1.133 Menschen nach Auschwitz deportiert. Zum Todestag von Irmgard Viktoria Louise Salomon liegen unterschiedliche Angaben vor. Vermutlich starb sie mit 27 Jahren zwischen dem 16. Juli 1942 und „im Laufe von September 1942“, wie es in einem Dossier des Informationsbureau van het Nederlandsche Roode Kruis heißt, im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.
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