- Verlegeort
- Mommsenstraße 6
- Bezirk/Ortsteil
- Charlottenburg
- Verlegedatum
-
April 2014
- Geboren
- 30. Oktober 1866 in Brietzig (Pommern)
- Beruf
- Rechtsanwalt / Notar
- Deportation
- am 17. August 1942 nach Theresienstadt
-
Ermordet
- 25. September 1942 in Theresienstadt
Abraham Isaacsohn wurde am 30. Oktober 1866 in Brietzig (Pommern) geboren. Als Rechtsanwalt und Notar hatte er seine Kanzlei in der Kaiser-Wilhelm-Straße 13. Als Justizrat hat er beim Kammergericht Berlin und im Preußischen Justizministerium in Berlin gearbeitet. Unter dem Namen Albert Knaus soll er auch als Librettist bekannt gewesen sein. Er war Mitglied der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.
Mit seiner Frau Anna Fanny Reine Isaacsohn geborene Ranschoff, wohnte er am Monbijouplatz 10, bevor sie 1917 mit ihrem Sohn Franz in die Mommsenstraße 6 zogen. Gemäß Volkszählung von 1939 hatten sie zwei Untermieterinnen - Margarete Bayer, die 1941 nach Minsk deportiert und dort ermordet wurde, und Paula Rubensohn, die 1941 nach New York fliehen konnte. Außerdem lebte Anna Ida Maria Mademann im Haushalt, vermutlich das Dienstmädchen. Nach 22 Jahren, die sie in der Mommsenstraße 6 gewohnt hatten, mussten die Isaacsohns im September 1939 zwangsweise in die Gervinusstraße 24 in ein sogenanntes „Judenhaus“ umziehen, wo sie zunächst bei der Familie Hirsch wohnten, dann bei Arthur Kroner in einem Zimmer, für das sie 50 RM monatlich zahlten.
Auf Geheiß der Gestapo musste sich Abraham Isaacsohn mit seiner Frau Anfang August 1942 in dem von den Nationalsozialisten als „Sammelstelle" missbrauchten jüdischen Altenheim in der Große Hamburger Straße 26 einfinden. In der „Vermögenserklärung", vom 10. August 1942, die er unmittelbar vor der Deportation auszufüllen hatte, bezeichnete er sich als „ohne Beruf", da ihm aufgrund des „Gesetzes über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft" vom 7. April 1933 die Zulassung als Notar sowie aufgrund des „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" von demselben Tag und den 1935 folgenden „Nürnberger Gesetzen" auch die Zulassung als Rechtsanwalt entzogen worden war. Die „Verfügung über die Einziehung des Vermögens zugunsten des Deutschen Reiches" vom 1. August 1942 sollte ihm offenbar am 14. August in der „Sammelstelle" ausgehändigt werden. Er verweigerte die Annahme.
Am 17. August 1942 wurde das Ehepaar Isaacsohn zum Güterbahnhof Moabit getrieben und dort vom „Gleis 69" mit dem sogenannten „1. Großen Alterstransport" mit fast 1000 weiteren jüdischen Menschen in das
Ghetto Theresienstadt
deportiert. Am 25. September 1942 ist Abraham Isaacsohn dort gestorben - nach der „Todesfallanzeige 218“ an „Altersschwäche und Herzschwäche“. Es waren wohl die Erniedrigungen und Demütigungen, die er erleben musste, die Mangelernährung sowie die entsetzlichen medizinischen und hygienischen Zustände im
Ghetto
, die der 75-Jährige nicht überlebt hat.
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