- Verlegeort
- Obentrautstraße 54
- Bezirk/Ortsteil
- Kreuzberg
- Verlegedatum
-
09. Mai 2025
- Geboren
- 01. Juni 1887 in Berlin
- Deportation
- am 26. Oktober 1942 nach Riga
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Ermordet
- 29. Oktober 1942 in Riga
Paul Hahn kam am 1. Juni 1887 in Berlin als Sohn des jüdischen Kaufmanns Albert Hahn und dessen Ehefrau Ida, geb. Blumenheim, zur Welt. Er hatte mindestens noch drei Geschwister: Edmund (*1888), Alfred (1891–1891) und Martha (*1892). Die Mutter verstarb 1895 im Alter von nur 36 Jahren, der Vater heiratete 1896 erneut und bekam mit seiner zweiten Ehefrau Jette, geb. Bauchwitz, 1897 den Sohn Hans. Über die Kindheit und Jugend von Paul Hahn haben sich ansonsten keine Informationen erhalten.
Er erlernte einen kaufmännischen Beruf und heiratete am 14. August 1919 Lilli Philippine Aronheim, geb. am 27. November 1898 in Berlin. Auch sie gehörte der jüdischen Religionsgemeinschaft an. Am 29. April 1921 kam die Tochter Inge Erika zur Welt.
Paul Hahn zog nach der Hochzeit zu seiner Frau in die Teltower Straße 26 – 1936 umbenannt und umnummeriert in Obentrautstraße 54. Das Haus hatte Lillis Vater, der Kaufmann Albert Aronheim, etwa 1904 erworben, nach seinem Tod 1918 wurde ihre Mutter Gertrud Aronheim, geb. Becker, die Eigentümerin.
Leider haben sich ansonsten keine Zeugnisse erhalten, die einen Einblick in das Leben der Familie Hahn im Berlin der 1920er Jahre geben könnten.
Mit der schrittweisen Entrechtung und Verfolgung von Juden seit 1933 begannen auch Zwangsmaßnahmen gegen die Familie Hahn. Darunter fielen zahlreiche Maßnahmen der Diskriminierung und sozialen Ausgrenzung, des Entzugs staatsbürgerlicher Rechte sowie der Verdrängung aus dem Berufs- und Wirtschaftsleben.
Das Grundstück Obentrautstraße 54, das etwa 1932 von Gertrud Aronheim auf ihre Tochter Lilli übertragen worden war, musste Ende 1938 zwangsweise unter Wert verkauft werden. Die Familie lebte aber weiterhin dort zur Miete.
Die Familie Hahn und Gertrud Aronheim hatten die Absicht, Anfang Mai 1939 nach Ecuador zu emigrieren und sich dort in der Landwirtschaft zu betätigen – Arbeit in der Landwirtschaft oder eine industrielle Tätigkeit gehörten zu den Auflagen der ecuadorianischen Behörden für die Aufnahme von Flüchtlingen. Die Packerlaubnis war von den deutschen Behörden erteilt und die Fahrkarte gekauft worden, allerdings verzögerte sich die Erteilung der für ihre Auswanderung benötigten Einreisepapiere. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 machte die Auswanderungspläne zunichte.
Paul Hahns Schwiegermutter Gertrud Aronheim starb am 28. Oktober 1941 in ihrer Wohnung an Unterleibskrebs. Ab einem unbekannten Zeitpunkt musste die Familie zwei Zimmer ihrer 4-Zimmer-Wohnung an zwei Ehepaare untervermieten, die in sogenannten „Mischehen“ lebten – die Männer waren Juden, ihre Ehefrauen „Arierinnen“. Alle Mitglieder der Familie mussten Zwangsarbeit verrichten: Paul Hahn war beim Abbruchunternehmen A. M. Barth in der Landsberger Allee 154-155, seine Ehefrau bei der Chemischen Fabrik J. D. Riedel in Britz und die Tochter bei den Siemens-Schuckertwerken, Kleinbauwerk, zwangsverpflichtet.
Paul, Lilli und Inge Erika Hahn wurden am 26. Oktober 1942 mit dem 22. Osttransport von Berlin nach Riga deportiert, wo sie gleich nach der Ankunft am 29. Oktober ermordet wurden.
Pauls Bruder Edmund Hahn war bereits 1939 in Berlin verstorben. Seine Schwester Martha, verheiratete Metz, war nach Shanghai, sein Halbbruder Hans Hahn in die USA ausgewandert.
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